Eine Kappus-Mitarbeiterin überwacht die Seifenproduktion.
Eine Kappus-Mitarbeiterin überwacht die Seifenproduktion (Archivbild). Bild © picture-alliance/dpa

Die Offenbacher Seifenfabrik war so alt wie die deutsche Demokratie. Nun gibt die insolvente Firma Kappus den Standort auf. Rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird gekündigt.

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alte Seifenfabrik von Kappus in Offenbach

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Was viele Mitarbeiter schon geahnt haben, ist jetzt amtlich. Kappus-Seifen aus Offenbach wird es bald nicht mehr geben. Insolvenzverwalter Franz-Ludwig Danko hat am Freitag verkündet, dass die Schließung des Werks in der Stadt am Main beschlossene Sache sei. Dabei hatte der Parfümverfertiger Johann Martin Kappus dort 1848 seine Seifenfabrik gegründet - im selben Jahr tagte im benachbarten Frankfurt mit der Paulskirchenversammlung das erste deutsche Parlament.

Billiglöhne, Discounter und Flüssigseife setzen Kappus zu

Das Familienunternehmen musste im September vergangenen Jahres Insolvenz anmelden. Die Konkurrenz in Billiglohnländern, der Preisdruck durch Discounter und Drogeriemärkte und nicht zuletzt der Trend zur Flüssigseife hatten der Traditionsfirma zugesetzt.

Den rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Offenbacher Stammwerk soll betriebsbedingt gekündigt werden. Die drei anderen Standorte des Unternehmens in Riesa (Sachsen), Krefeld (Nordrhein-Westfalen) und Heitersheim (Baden-Württemberg) sollen erhalten bleiben.

Letzte Aufträge werden abgearbeitet

Ein paar Aufträge werden in Offenbach über die nächsten Wochen noch abgearbeitet. Danach ist für die Beschäftigten Schluss. Für sie wird nun über einen Interessenausgleich verhandelt.

Das Familienunternehmen war 1848 in der Offenbacher Innenstadt gegründet worden, wo jetzt unter dem Namen "Kappus Höfe" schicke Wohnungen entstehen. 2017 zog die Firma ins Gewerbegebiet im Stadtteil Waldhof um. Das Aus für den Standort Offenbach konnte das aber nicht mehr verhindern.