Am Ufer wartet die Mainfähre nun auf Sachverständige, die die Unfallursache herausfinden sollen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Erneute Zwangspause für die Mainfähre

Nach monatelangem Warten auf die Wiederaufnahme hielt das Glück nur wenige Stunden: Die Mainfähre zwischen Maintal und Mühlheim hat ihren Betrieb schon wieder einstellen müssen. Ein gerissenes Seil führte zur Havarie.

Ein bisschen traurig liegt sie da, in einem Gebüsch auf der Mühlheimer Seite des Mains im Landkreis Offenbach: Die Mainfähre, die Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger seit Montag wieder auf dem kürzesten Weg von Maintal-Dörnigheim nach Mühlheim und zurück transportieren sollte, ist nur wenige Stunden nach ihrer Reaktivierung bereits außer Betrieb. Dabei hatte die Fähre erst am Montagmorgen feierlich nach einer fast zweijährigen Zwangspause wieder abgelegt.

Offenbachs Landrat Oliver Quilling (CDU), der in der vergangenen Woche gemeinsam mit politischen Würdenträgern aus den beteiligten Kreisen und Städten die Werbetrommel für die Wiederaufnahme des Betriebs gerührt hatte, zeigte sich entsprechend betroffen und sprach den Fahrgästen sein Bedauern aus. Immerhin: "Es gab keine größere Gefahr", die Rettung sei vorbildlich abgelaufen.

"Die Fähre war führerlos"

Nach Aussage eines Feuerwehrsprechers war am Vormittag eines der Seile gerissen, die das blaue Boot mit dem Führseil verbinden, das über den Main gespannt ist. Mit potenziell gefährlichen Folgen: "Die Fähre war führerlos, ist über den Main Richtung Hanau getrieben und hat sich um 180 Grad gedreht."

Die Fähre, auf der sich zwei Autos samt Insassen befanden, wurde ans Dörnigheimer Ufer getrieben. Dort wurde sie von der Feuerwehr gesichert, ehe ein Spezialboot des Wasser- und Schifffahrtsamt die Fähre an die Anlegestelle schleppte. Dort liegt sie nun. Und wartet auf Experten, die den genauen Unfallhergang klären sollen.

Wann die Fähre nach der neuerlichen Zwangspause wieder ab- und loslegen kann, war am Montagnachmittag unklar. Es wird damit gerechnet, dass die Untersuchung mehr als nur ein paar Tage dauern wird.

Zähes Ringen um den Fährbetrieb

Im Oktober 2017 war die Verbindung über den Fluss schon einmal gekappt worden. Dem alten Pächter hatte man damals gekündigt, übrigens wegen Sicherheitsmängeln. Dann tat sich mehr als anderthalb Jahre wenig. Auch wenn eine Bürgerinitiative auf beiden Seiten des Mains um ihren schwimmenden Nahverkehr kämpfte, lange war auch nicht sicher, ob die Fähre ihren Betrieb überhaupt wieder aufnehmen würde.

Dann einigten sich vor Kurzem die beteiligten Kommunen und präsentierten einen neuen Betreiber. Der verkündete vergangene Woche noch stolz: "Ich freue mich. Wir haben eine harte Zeit hinter uns gebracht, mit viel Kampf, mit viel Unterstützung auch seitens der Bürgerinitiative, die sich da wirklich einzigartig eingesetzt hat." Immerhin: So lange wie beim letzten Mal müssen die Fährgäste diesmal sicher nicht warten.

Sendung: hr4, 8.7.2019, 17 Uhr