Streikende am Frankfurter Flughafen

Mitarbeiter der Fracht- und Passagierkontrollen am Frankfurter Flughafen sind im Ausstand. Sie kämpfen für mehr Lohn. Für Reisende bedeutet das seit dem Morgen: Zahlreiche Flüge fallen aus.

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Streik am Frankfurter Flughafen

hsk
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Wegen der bundesweit ausgeweiteten Warnstreiks an den Sicherheitskontrollen sind am Frankfurter Flughafen zahlreiche Flüge ausgefallen. Passagiere konnten am Dienstag nicht zusteigen, weil die Arbeitskräfte an den Fluggastkontrollen nach Aufruf der Gewerkschaft Verdi die Arbeit niedergelegt hatten. Lediglich für Transitpassagiere wurde ein Notdienst aufrechterhalten, wie die Gewerkschaft mitteilte. Der Warnstreik der Sicherheitsdienste soll noch bis 23 Uhr gehen.

Dem Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport zufolge wurden 130 von 818 für den Tag geplanten Flügen annulliert. In den Terminals sei es ruhig geblieben, weil die meisten Gäste nach den entsprechenden Warnungen gar nicht angereist seien, sagte eine Unternehmenssprecherin. Ursprünglich waren für Dienstag rund 71.000 Passagiere in Frankfurt erwartet worden.

Fraport: Bitte nicht zum Flughafen kommen

Für Passagiere, die in Frankfurt umsteigen, wurde nach Angaben des Verdi-Sprechers ein Notdienst eingerichtet. Fraport hatte darauf hingewiesen, dass Umsteigeprozesse im Transitbereich während der Streikdauer weitgehend stattfänden, es allerdings zu Beeinträchtigungen und Verzögerungen kommen könne. Man habe kein Verständnis für einen derart umfassenden Streik, der auf dem Rücken der Passagiere ausgetragen werde, sagte ein Unternehmenssprecher.

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Warnstreik an Passagierkontrollen am Frankfurter Flughafen

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Die Warnstreiks sind Teil des Tarifkonflikts zwischen Verdi und dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS). Die Gewerkschaft verhandelt mit dem Arbeitgeberverband über einen neuen Tarifvertrag für bundesweit rund 25.000 Sicherheitskräfte, drei Verhandlungsrunden waren bisher ohne Ergebnis geblieben. Auch in Hamburg, Stuttgart und Karlsruhe/Baden-Baden wurden Mitarbeiter dazu aufgerufen, die Arbeit niederzulegen.

"Horrorszenario für Fluggäste"

Die Tarifpartner wollen sich am 16. und 17. März zu weiteren Verhandlungen treffen. Die Gewerkschaft fordert unter anderem eine Erhöhung des Stundenlohns um mindestens einen Euro pro Stunde sowie die Angleichung regionaler Löhne.

"Die kurzfristig angesetzten Arbeitskampfmaßnahmen bedeuten ein Horrorszenario für die Fluggäste, die keine Möglichkeit haben, sich auf die Flugausfälle einzustellen", kritisierte Ralph Beisel, der Hauptgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen. Er verwies zugleich auf die hohen Verluste, die die Flughäfen in der Corona-Krise erwirtschaften.

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