Zu sehen ist ein Schild der Verbraucherzentrale Hessen und ein Portrait von Frau Raab

Mit zehn Fragen zum passenden Bankberater - das ist "Friends in Banks" von der Frankfurter Sparkasse. Doch wie ist das Angebot zu bewerten und was sollten Verbraucher bei der Berater-Suche beachten? Eva Raabe von der Verbraucherzentrale Hessen gibt im Interview Antworten.

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Ein junger Bankberater auf einer Werbe-Internetseite
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Deutschlands Banken gehen digitale Wege: Die "Generation Z" will Banken ohne Krawatte. Dazu müssen sich vor allem alteingesessene Banken verändern und zu Digitalplattformen wandeln. Das Ziel: Kunden in jeder Lebenssituation optimal begleiten und beraten.

Die Frankfurter Sparkasse etwa zeigt das mit dem Projekt "Friends in Banks". Wie bei der Partner-App Tinder wischt man sich nach nur wenigen Fragen den vermeintlich perfekten Berater herbei. Eva Raabe von der Verbraucherzentrale Hessen analysiert und bewertet das Angebot für mex. das marktmagazin im hr-fernsehen.

hessenschau.de: Wie beurteilen Sie "Friends in Banks" von der Frankfurter Sparkasse?

Eva Raabe: Ich habe es natürlich mehrfach durchgespielt, mit unterschiedlichen Annahmen. Und ich bin überrascht, wie gut die Berater dann tatsächlich zu den Antworten der Fragen passen. Deswegen war ich erstmal begeistert. Aber dennoch ist es für mich eher eine Marketing-Geschichte.

hessenschau.de: Inwiefern eine Marketing-Geschichte?

Raabe: Aus unserer Sicht ist es das Ziel von Bankberatung, Produkte zu verkaufen. Ob es das Girokonto ist, eine Geldanlage oder der Kredit. Dabei ist Vertrauen wichtig. Ist das da, wird der Verbraucher zur Bank kommen, Verträge schließen und natürlich auch möglichst lange als Kunde bei der Bank bleiben. Durch den passgenauen Berater bei "Friends in Banks" wird ein solches Vertrauen aufgebaut. Und dann bin ich sicherlich eher bereit, Verträge abzuschließen.

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hessenschau.de: Wie bewerten Sie die zehn Fragen im Hinblick auf den Datenschutz?

Raabe: Mit den Fragen werden sicherlich Kriterien abgefragt, um ein möglichst genaues Bild des Verbrauchers zu bekommen. Allein durch die Frage, wie ich das erste Mal Musik eingekauft habe - also entweder als Schallplatte, Kassette oder über einen Streamingdienst - kann ich natürlich herausfinden, wie alt derjenige ist, der am Rechner sitzt und sich durchklickt. Um zu erfahren, was mit den Daten in solchen Portalen passiert, sollte der Verbraucher immer die Datenschutzhinweise ganz genau lesen.

hessenschau.de: Woran erkenne ich denn einen guten Berater?

Raabe: Wir erwarten von den Banken eine ehrliche Beratung und auch, dass die angebotenen Produkte auch wirklich den Bedürfnissen des Verbrauchers entsprechen. Also wirklich verbraucherorientiert beraten und Produkte verkaufen. Ich glaube, wenn das passiert, und wenn dann der Kunde auf Augenhöhe betrachtet wird, dann wäre es in Ordnung für uns.

Das Gespräch führte Marcus Pfeiffer.

Sendung: hr-fernsehen, mex, 10.7.2019, 20.15 Uhr