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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found So soll der neue Frankfurter Stadtteil an der A5 aussehen

Quartiere im Kreislauf

Im Nordwesten Frankfurts soll an der A5 ein neuer Stadtteil entstehen. Eine Jury hat jetzt aus sieben Planungsentwürfen den Sieger gekürt. Der Vorschlag sieht vier Quartiere mit fast 9.000 Wohnungen vor.

Frankfurt kommt mit den Planungen für den "Neuen Stadtteil der Quartiere" an der A5 voran. Wie Planungsdezernent Mike Josef (SPD) am Donnerstag berichtete, hat sich die 14-köpfige Jury einstimmig für den Entwurf des Planungsteams Cityförster/Urbane Gestalt aus Hannover und Köln ausgesprochen. Sieben Vorschläge lagen insgesamt vor.

Josef sagte, das Konzept "Quartiere im Kreislauf" gehe auf die Umgebung ein und verbinde Stadt und Land. Der neue Stadtteil im Nordwesten Frankfurts soll aus vier Quartieren bestehen. Drei östlich der A5 und eins an der Stadtgrenze zu Steinbach im Taunus. Josef sagte, rund 8.800 Wohnungen könnten gebaut werden. Über 7.000 davon in der Nähe des Stadtteils Praunheim und der Siedlung Nordweststadt.

Dreiviertel der Fläche unbebaut

Der Entwurf sieht vor, dass dreiviertel der 425 Hektar großen Fläche unbebaut bleiben und für Landwirtschaft, Gärten und Parks genutzt werden können. Josef sieht das Quartier an der Grenze zu Steinbach als Angebot an die Nachbarkommune, das mit einem Ausbau der U-Bahn Linie 7 gekoppelt sei. Das Konzept zeige, dass Frankfurt die Fläche nicht zubauen wolle, ergänzte Mark Gellert, Sprecher des Planungsdezernats.

Der Siegerentwurf fließt jetzt als "Leitbild" in die konkreten Planungen der Stadt Frankfurt für den neuen Stadtteil ein. Eine Beschlussvorlage für die Stadtverordnetenversammlung soll bis Herbst 2021 erarbeitet werden.

Umstrittenes Projekt

Vom Aussichtsturm der Rastanlage Taunusblick ist an der Autobahn A5 das Entwicklungsgebiet für einen neuen Stadtteil zu sehen.

Die geplanten Quartiere sind vor allem in den angrenzenden Taunusgemeinden wie Steinbach umstritten. Landwirte bangen dort um ihre Felder, Anwohner um die Frischluftzufuhr. Im September 2019 hatten sich aus Protest rund 3.000 Menschen zu einer kilometerlangen Menschenkette zusammengeschlossen.

Allein kann Frankfurt das Vorhaben nicht beschließen, die Stadt braucht die Zustimmung der entsprechenden Regionalgremien. Deshalb hat sie einen breiten Bürgerdialog und Gespräche mit den Nachbarkommunen angestoßen.

Sendung: hr-iNFO, 12.11.2020, 16.33 Uhr