Verzweifelte Autofahrer, die rund um den Theaterpark kurven, um einen freien Parkplatz in der Nähe der Fußgängerzone zu finden: Dieses Bild soll in Gießen bald der Vergangenheit angehören. Dafür plant die Stadt ein neues, digitales Parkleitsystem.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Gießen setzt auf neues Parkleitsystem

Johannesstraße in Gießen
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Die Stadt Gießen will den Verkehr, der durch Parkplatzsuchende entsteht, verringern. Nicht mit Strafen - sondern mit einem neuen Anzeigesystem, das man in ähnlicher Form von Parkhäusern kennt. Dabei sollen Sensoren erfassen, ob ein Stellplatz am Straßenrand belegt oder frei ist. Diese Sensoren werden an laternenähnlichen Masten angebracht, die am Bürgersteig stehen.

"Anschließend erfolgt nach circa zehn Sekunden eine entsprechende automatische Meldung an die Anzeigetafeln in der Südanlage", erläutert Claudia Boje, Pressesprecherin der Stadt Gießen. Starten soll das Projekt zunächst an der viel befahrenen Johannesstraße. Zuerst hatte die Gießener Allgemeine über das Thema berichtet.

Von der Parkplatz-Anzeige verspricht sich die Stadt eine erhebliche Verringerung des Verkehrsaufkommens. "In der Johannesstraße wurde ein hoher Parksuchverkehr festgestellt", so Pressesprecherin Boje. "Wir hoffen, dass dieser durch eine zuverlässige Anzeige von freien Parkplätzen zurückgeht." Das sei auch die Erfahrung anderer Städte gewesen, die solche Parkleitsysteme einsetzten. Ein vergleichbares System gebe es zum Beispiel in Bad Hersfeld.

Auch andere Parkflächen stehen zur Debatte

Wer genau das System installiert, steht noch nicht fest. Die Stadt werde Angebote entsprechender Firmen prüfen. Eingeführt werden soll das Sensoren-System nach Angaben der Stadt im nächsten Jahr. Seit Oktober ist die Johannesstraße aber bereits für Umbauten gesperrt. Unter anderem werden dort eine barrierefreie Überquerungsmöglichkeit in Höhe eines Seniorenwohnheims geschaffen, sicherere Radfahrstreifen angelegt und die Zahl der Parkplätze von 74 auf 56 reduziert.

Im Anschluss soll das neue Parkleitsystem installiert werden. Danach stehe das System auch in anderen Bereichen wie dem Brandplatz zur Debatte. Ziel ist laut Pressesprecherin Boje, weiträumig öffentliche Parkflächen zu erfassen - bislang gebe es das ja nur für Parkhäuser.