Helaba-Zentrale

Im Frühjahr hatte die Helaba ein Sparprogramm angekündigt. Nun bestätigt Vorstandschef Herbert Hans Grüntker, was viele vermutet haben: Das Finanzhaus streicht Stellen.

Den Mitarbeitern der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) stehen bange Monate ins Haus. Wie Vorstandschef Herbert Hans Grüntker am Freitag im Gespräch mit Journalisten bestätigte, wird das Frankfurter Finanzhaus im Rahmen eines seit Mai dieses Jahres laufenden Sparprogramms einen "spürbaren Personalabbau" nicht vermeiden können. Grüntker bestätigte damit einen Bericht des "Handelsblatts" von Ende vergangener Woche.

Neue Struktur ab 2020

Vom Stellenabbau betroffen wäre die Kernbank mit derzeit etwa 2.600 Beschäftigten. In einem ersten Schritt wurde nach Grüntkers Angaben die Anzahl der bisher etwa 40 Bereiche, also der Organisationseinheiten unterhalb der Vorstandsebene, mehr als halbiert. Ziel sei, "dass die verschlankte Organisationsstruktur bereits im ersten Quartal 2020 in Kraft treten kann", sagte Grüntker.

"Wir werden dabei nicht auf der Ebene der Bereiche stehen bleiben, sondern in den kommenden Monaten auch die weiteren Führungsebenen straffen. Dies wird in der weiteren Folge auch die Mitarbeiterebene betreffen", betonte der Helaba-Chef. Das Handelsblatt berichtet, dass der Personalabbau ohne betriebsbedingte Kündigungen vonstattengehen soll. Insgesamt beschäftigt der Helaba-Konzern rund 6.100 Menschen.

Kritik an Geldpolitik der EZB

Im Gegensatz zu anderen Landesbanken hat die Helaba die Finanzkrise 2007/2008 ohne staatliche Rettungsgelder überstanden. 2012 übernahm das Institut Teile der zerschlagenen WestLB. Doch die Null- und Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und harter Wettbewerb setzen auch der Helaba zu.

Die EZB hatte ihren geldpolitischen Kurs in der vergangenen Woche noch einmal verschärft. "Der Einstieg in den Ausstieg der ultralockeren Geldpolitik ist verpasst worden", kritisierte Grüntker nun. "Wir müssen uns nachhaltig auf niedrige und negative Zinsen einstellen."