Ein Fahrrad sowie die Baustelle für den Radschnellweg.
Wo jetzt der Bagger steht, sollen eines Tages Fahrräder flitzen: Baustelle für den Radschnellweg bei Egelsbach. Bild © Wolfgang Hettfleisch (hr), picture-alliance/dpa

Verkehrsminister Al-Wazir spricht von einem "Meilenstein": In Egelsbach haben am Dienstag offiziell die Bauarbeiten für den Radschnellweg von Frankfurt nach Darmstadt begonnen.

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Der Bau des ersten Radschnellwegs in Hessen vom Frankfurter Mainufer zum Darmstädter Hauptbahnhof hat begonnen. 2022 soll die rund 30 Kilometer lange Strecke fertig sein. Ungefähr 43 Millionen Euro wird sie kosten.

Der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) sprach beim ersten Spatenstich am Dienstag in Egelsbach (Offenbach) von einem Meilenstein und sagte: "Hessens erste Radschnellverbindung soll viele Berufspendler dazu bewegen, im wahrsten Wortsinn umzusatteln, denn künftig soll man auch aus dem Umland schnell, bequem und sicher auf zwei Rädern in die Innenstädte gelangen."

Weitere Routen geplant

Die erste Etappe verläuft von Egelsbach über Erzhausen (Darmstadt-Dieburg) bis nach Darmstadt-Wixhausen. Sie ist 3,64 Kilometer lang, wird voraussichtlich 4,34 Millionen Euro kosten und soll im Frühjahr 2019 fertig sein. Insgesamt sind fünf Bauabschnitte vorgesehen.

Hier soll eines Tages der Radschnellweg entlangführen: Die Baustelle am Tag des Spatenstichs.
Hier soll eines Tages der Radschnellweg entlangführen: Die Baustelle am Tag des Spatenstichs. Bild © Wolfgang Hettfleisch (hr)

Der Radschnellweg ist Vorbild für andere Expressrouten: So etwa von Baunatal, Vellmar und Kaufungen (alle Kreis Kassel) nach Kassel sowie von Frankfurt nach Hanau und von Darmstadt nach Mannheim/Heidelberg.

Ein Radschnellweg mit Abstrichen

Radschnellwege sind im Idealfall breit genug, dass Radler auch nebeneinander fahren oder sich überholen können. Empfohlen wird ein weitgehend ampel- und schrankenfreier, asphaltierter oder betonierter sowie möglichst von Autos und Fußgängern getrennter Verlauf.

In diesem Fall sind aber nicht alle formalen Kriterien erfüllt, daher spricht man offiziell nicht von einem Radschnellweg, sondern von einer Direktverbindung. So wird der Weg nicht überall vier Meter breit sein und im Frankfurter Stadtwald nach jetzigem Stand nicht asphaltiert sein, um den dortigen Bannwald zu schützen. Das letzte Wort ist dabei aber noch nicht gesprochen.