Entwurf des geplanten Gewerbeparks in Bad Vilbel
Zukunftsvision: So soll der geplante Gewerbepark in Bad Vilbel einmal aussehen. Bild © CESA

Ein Hauch von Science Fiction in der Wetterau: In Bad Vilbel soll ein Wohn- und Gewerbegebiet mit Zukunftscharakter entstehen – inklusive selbstfahrender E-Shuttles, Ein-Mann-Hubschraubern und freier Bürowahl. Das Silicon Valley lässt grüßen.

Smart City heißt das Zauberwort. Genauer gesagt "SmartCity Springpark Valley". Das ist der Name eines Gewerbegebiets, das in Bad Vilbel (Wetterau) in unmittelbarer Umgebung des Neubau-Wohnviertels Quellenpark entstehen soll. Der Entwurf stieß im Bauausschuss der Stadt auf breite Zustimmung. Läuft alles nach Plan, könnten die Bauarbeiten schon im kommenden Jahr beginnen.

Arbeits- und Privatleben kombinieren

"Das Thema Smart City ist aktuell und sehr zukunftsorientiert", sagte Anita May vom ausführenden Darmstädter Architekturbüro Planquadrat zu hessenschau.de. Unter dem Begriff versteht man eine Verbindung von technologischem und ökologischem Fortschritt, um Städte effizienter zu machen. Ziel in Bad Vilbel ist es, das Arbeits- und Privatleben zu kombinieren.

"Es gibt gesellschaftliche Tendenzen, Wohnen, Freizeit und Arbeiten miteinander zu verknüpfen", erläuterte May das Prinzip. Auf knapp 90.000 Quadratmetern und mit einer Bruttogeschossfläche von 200.000 Quadratmetern sei demnach ein High-Tech-Campus für Großfirmen, mittelständische Unternehmen und Startups geplant. Dank bestmöglichen technischen Voraussetzungen wie Glasfaserkabeln und einer flächendeckenden 5G-Funktechnologie soll hier künftig möglichst flexibel gearbeitet werden können.

Zwischendurch ins Fitnessstudio

"Ein konkretes Vorbild gab es nicht", sagte Architektin Anita May zu den vorgestellten Plänen. Ein Hauch von Silicon Valley, dem berühmten kalifornischen Innovationsmekka, ist aber wohl nicht abzustreiten. Die Visionäre, zu denen auch das Berliner Immobilienunternehmen CESA und der Bad Homburger Mit-Investor Jörg-Peter Schultheis gehören, träumen von der Arbeitswelt von morgen: Freie Platzwahl statt fester Büros, zwischendurch ein Lunch mit den Liebsten, ein Besuch im Fitnessstudio oder ein Kaffee auf der Dachterrasse.

Entwurf des geplanten Gewerbeparks in Bad Vilbel
Begrünte Flächen und Wasserläufe sollen das Arbeiten versüßen. Bild © CESA

Arbeiten, wann und wo man will – sofern der Chef mitspielt. Das angrenzende Viertel Quellenpark, in dem derzeit Wohnraum für rund 3.500 Menschen entsteht, soll unmittelbar mit dem "Springpark Valley" verbunden werden und eine dauerhafte Belebung der Smart City garantieren. Gastronomie und Einzelhandel tun ihr Übriges. Ein großer zentraler Platz, begrünte Flächen und Wasserläufe sind in den Planungen ebenfalls vorgesehen.

Unterwegs im Volocopter

Bei so viel Innovation sind herkömmliche Verkehrsmittel natürlich tabu. Autos müssen draußen bleiben und sollen in einem Parkhaus und in Tiefgaragen unter den Gebäuden Platz finden. Auf dem Campus selbst sorgen dann autonom fahrende E-Shuttles oder auch elektrisch betriebene Ein-Mann-Hubschrauber – sogenannte Volocopter – für Zukunftsmusik.

Die Investoren sind begeistert. "Im Springpark Valley werden ab 2020 zukunftsweisende Technologien entwickelt", kündigten sie an. Interessierte Unternehmen stünden Schlange. Dennoch werde vorerst nur ein Teil der Gewerbefläche entwickelt. Bis zu 8.000 Arbeitsplätze soll es einmal auf dem Areal geben. Weit über eine halbe Milliarde Euro wollen die Beteiligten ausgegeben - Sie versprechen sich davon definitiv eine Investition in die Zukunft.