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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Staudinger-Aus bis 2025

Das Steinkohle-Kraftwerk Staudinger bei Hanau wird deutlich früher abgeschaltet als bisher geplant. Der Betreiber will es spätestens Ende 2025 stilllegen - als freiwilligen Beitrag zum Kohleausstieg.

Der mit Steinkohle betriebene Block 5 des Kraftwerks Staudinger in Großkrotzenburg (Main-Kinzig) bei Hanau soll bis spätestens Ende 2025 abgeschaltet werden. Das teilte der Betreiber Uniper am Donnerstag in Düsseldorf mit.

Staudinger ist nach Angaben von Uniper das größte konventionelle Kraftwerk in Hessen. Die Blöcke 1 bis 3 sind seit Jahren stillgelegt. Block 4 wird mit Erdgas befeuert. Es diene als Reservekapazität, ist also nur bei Bedarf am Netz. Der Kraftwerksstandort Staudinger kann bis zu zwei Millionen Menschen mit Strom versorgen.

Zuletzt waren dort rund 120 Menschen beschäftigt. Seit 2018 steht der Kohleblock 5 im Sommer bereits für jeweils drei Monate still. Uniper will damit Kosten sparen. Die ursprüngliche Stilllegung war für spätestens 2036 geplant.

Reihe von Abschaltungen

Vor der Staudinger-Abschaltung will Uniper drei Steinkohle-Kraftwerksblöcke in Gelsenkirchen sowie das Kraftwerk Wilhelmshaven stilllegen. Neben Staudinger soll bis spätestens Ende 2025 auch Heyden (Nordrhein-Westfalen) folgen. Danach werde Datteln 4 das einzige verbleibende Uniper-Steinkohlekraftwerk in Deutschland sein.

Das 1.100-Megawatt-Kraftwerk in Datteln im Ruhrgebiet ist umstritten. Es soll entgegen einer Empfehlung der Kohlekommission im Sommer ans Netz gehen. Dagegen protestieren Umweltschützer heftig. Die Bundesregierung hat aber zugesagt, dass dafür zusätzlich Steinkohlekapazität vom Netz geht, so dass keine zusätzlichen Treibhausgase entstehen.

Uniper: Stilllegungen Freiwillig

Uniper betonte, die geplanten Abschaltungen erfolgten freiwillig. Klar sei, Uniper werde "keine Entschädigungszahlungen erhalten". Datteln 4 sei Teil der Strategie, den Kohlendioxidausstoß des Unternehmens zu senken.

Durch die Stilllegung der alten und ineffizienten Anlagen würden die Emissionen um bis zu 40 Prozent zurückgehen. Für die Kraftwerksstandorte werde man alternative Konzepte entwickeln.

Sendung: hr-iNFO, 30.01.2020, 18.00 Uhr