Terminal mit Luftballons im Kassel Airport
Das Terminal des Kassel Airports - hier beim dritten Geburtstag im vorigen Jahr. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Die CDU setzt auf "die weitere Steigerung der Wirtschaftlichkeit" des defizitären Flughafens in Kassel, die Linke spricht von einem "Weiterbetrieb des Millionengrabs". Stimmen zu der Entscheidung der Landesregierung, den Kassel Airport nicht herabzustufen.

Audiobeitrag
hs

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Der Kassel Airport bleibt ein Zankapfel

Ende des Audiobeitrags
Karin Müller, Grüne, Landtag Wiesbaden
Karin Müller (Grüne) spricht am 14.12. 2017 im Landtag in Wiesbaden zum Thema Kassel Airport. Bild © hr

Karin Müller, verkehrspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion: "Wir Grüne haben den Bedarf für diesen Flughafen und dessen Erfolgsaussichten stets skeptisch gesehen. Er wurde aber nun einmal gebaut, viel Steuergeld wurde in den Bau investiert. Dieses Geld ist weg, es lässt sich nicht zurückholen. […] Die nun vorgestellte Evaluierung kommt zu dem Ergebnis, dass der Pfad der Kostensenkung auch in den kommenden Jahren eingehalten werden kann. Den Berechnungen zufolge kostet der Flughafen das Land dann im Jahr 2020 nur unwesentlich mehr, als wenn er auf den Status vor dem Bau zurückgestuft würde. Angesichts der leider bereits ausgegebenen Summen ist eine Rückstufung zum Verkehrslandeplatz daher aus heutiger Sicht verzichtbar, wenn die mit externem Sachverstand erstellten Prognosen so zutreffen. Allen Beteiligten muss aber klar sein, dass für diese Perspektive die Flüge der Sundair für den Veranstalter Schauinsland eine zentrale Rolle spielen. Sollte sich der aus den aktuellen Auslastungen der Flüge entwickelte Ausblick nicht bestätigen, könnte der Abbaupfad nicht mehr eingehalten werden. Dann wären die Kosten für das Land nicht mehr zu rechtfertigen."

Michael Boddenberg (CDU)
Michael Boddenberg (CDU) Bild © picture-alliance/dpa

CDU-Fraktionsvorsitzender Michael Boddenberg: "Auf der Grundlage externer Gutachten haben wir uns in einer fundierten und sehr sachgerechten Entscheidung für den Weiterbetrieb als Regionalflughafen entschieden. Die möglichen Einsparungen durch eine Rückstufung des Flughafens zu einem Verkehrslandeplatz können die damit verbundenen negativen Folgen für die Arbeitsplätze und die Entwicklungsperspektiven nicht aufwiegen. Zugleich nehmen wir aber auch unsere Verantwortung gegenüber den Steuerzahlern wahr, haben dafür gesorgt, dass die jährlich vom Land zu tragenden Kosten wesentlich gesenkt worden sind. Wir setzen zudem auf die weitere Steigerung der Wirtschaftlichkeit des Flughafens. […] Wenn das Angebot am Kassel Airport von den Menschen der Region auch weiterhin so nachgefragt wird, dass der Flughafen wachsen kann, blicke ich sehr optimistisch in die Zukunft der Region Nordhessen, ihres Flughafens und die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze."

Jan Schalauske
Jan Schalauske (Linke) Bild © picture-alliance/dpa

Jan Schalauske, haushaltspolitischer Sprecher der Linken-Fraktion: "Gerade zur Weihnachtszeit geschehen noch Zeichen und Wunder, so auch dieses Jahr in Hessen. Hessens schwarzgrüne Landesregierung ist es völlig unerwartet gelungen, einen Rechnungshofbericht zu ignorieren und wundersame Begründungen für den Weiterbetrieb des Millionengrabs Kassel-Calden zu liefern. [...] Mit dem Evaluationsbericht gesteht die Landesregierung ein, dass es sich bei Kassel-Calden um eine verkehrsberuhigte Luftfahrtanlage mit angeschlossenem Gewerbegebiet handelt. Dass damit der Bau von Windkraftanlagen durch einen grünen Minister verhindert wird, ist angesichts der Pleiten am Flughafen nur eine Randbemerkung."

Lenders
Bild © hr

Jürgen Lenders, verkehrspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion: "Statt an Konzepten zu arbeiten, wie man den defizitären Flughafen zum Laufen bekommt, hat Schwarz-Grün nun vier Jahre lang einfach nur zugeschaut. […] Es wird Zeit, dass Verkehrsminister Tarek Al-Wazir endlich seinen Job macht und für eine verkehrliche Anbindung des Kassel Airports sorgt. Stattdessen sagte er heute erneut, dass er den Flughafen für falsch hält. Mit dieser Landesregierung kann das nichts werden. […] CDU und Grüne haben sich aber für Stillstand entschieden, um einen Koalitionskrach zu vermeiden, aber das hilft niemanden, weder der Region, noch dem Steuerzahler."

Die Stadt Kassel twittert ein Zitat von Oberbürgermeister Christian Geselle:

Auch weiterhin #Urlaubsflüge von #Kassel -Calden möglich! OB Geselle: "Die Evaluierung des Kassel #Airport hat unsere Erwartungshaltung erfüllt. Wir sind froh, dass jetzt Klarheit herrscht und das Land zu dem steht, was wir gemeinsam im Gesellschaftervertrag vereinbart haben".(ah)