Mobilfunkantennen auf dem Dach eines Hotels nahe dem Hauptbahnhof Darmstadt

Die Telekom hat in Darmstadt ein Testfeld für den neuen Mobilfunkstandard 5G aufgebaut. Die Stadt will Modellregion bei der Übertragungstechnik werden. Obwohl Messungen das nicht hergeben, befürchten Kritiker eine Zunahme gefährlicher Funk-Strahlung.

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hs
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Noch ist 5G ein sehr exklusives Angebot - die wenigsten Handys sind dafür ausgelegt. In Hessen hat man bisher nur in Teilen von Darmstadt Empfang. Dort hat die Telekom rund um ihr Firmengelände ein Testfeld aufgebaut, das bis zum Hauptbahnhof reicht. In den kommenden anderthalb Jahren will der Anbieter das Netz erweitern, bis zur Innenstadt und zum Uni-Campus.

Nicht alle freuen sich auf das neue Netz, das schnellere Datenübertragung bieten soll. Die Heilpraktikerin Maritta Roth-Dechert meidet das Testfeld. Sie habe es einmal betreten und sofort die Strahlung gespürt, vor allem durch Druckschmerz im Kopf. Die Strahlen hätten auch die Koordination beeinträchtigt, sagt sie: "Ich konnte nicht richtig geradeaus gehen, ein ganz leichter Zickzack war das."

Roth-Dechert sagt, sie sei elektrosensibel und reagiere empfindlich auf elektromagnetische Strahlung. Sie engagiert sich in einer Initiative in Darmstadt, die den Stopp des 5G-Ausbaus fordert. Wöchentlich treffen sie sich einem Café, auch verteilen sie Flugblätter in der Innenstadt. Sie warnen vor möglichen Gesundheitsgefahren durch die Strahlung.

Grenzwert deutlich unterschritten

Wie stark die elektromagnetische Strahlung auf Straßen und Plätzen ist, misst die Bundesnetzagentur. Auf Bitte des Hessischen Rundfunks hat sie auch im Darmstädter 5G-Testfeld gemessen. Auf dem Europaplatz hinter dem Hauptbahnhof stellten die Messtechniker eine Feldstärke von zirka 1,5 Volt pro Meter fest. Der vom Gesetzgeber zum Schutz der Gesundheit vorgegebene Grenzwert liegt bei 61 Volt pro Meter - und wurde demnach nur zu einem Bruchteil ausgeschöpft.

Der Arbeits- und Sozialmediziner Johannes Schulze beschäftigt sich an der Frankfurter Uniklinik mit schädlichen Umwelteinflüssen. Zu ihm kommen auch Patienten, die ihre Beschwerden auf Funkstrahlung zurückführen. Das nehme er sehr ernst, sagt er und schränkt ein: "Aber es gibt keine Daten, die auch nur ansatzweise bei diesen Frequenzbändern einen Gesundheitsschaden belegen."

Bundesamt für Strahlenschutz sieht Forschungsbedarf

Derzeit funken die wenigen 5G-Sender in Deutschland auf ähnlichen Frequenzen wie das bestehende 4G-Netz. In einigen Jahren könnten allerdings auch deutlich höhere Frequenzen genutzt werden und auch völlig neue Techniken wie Beamforming. Dabei werden die Strahlen keulenartig gebündelt und auf das Handy des jeweiligen Nutzers ausgerichtet.

Wie wirken diese Techniken auf den menschlichen Organismus? Das Bundesamt für Strahlenschutz geht aufgrund der geringen Feldstärken zwar nicht von einer schädlichen Wirkung aus, sieht aber noch Forschungsbedarf. Das Institut will unter anderem erforschen lassen, wie sich die hochfrequente Strahlung auf Haut und Augen auswirkt.

Stadt bewirbt sich um Fördermittel

Die Initiative "Stopp-5G-Darmstadt" fordert die umgekehrte Reihenfolge: Erst forschen, dann funken. Zunächst müssten Studien die Unbedenklichkeit der neuen Technik beweisen. Vorher dürfe es keine 5G-Sendeanlagen in Darmstadt geben. Ansonsten würden die Darmstädter zu Versuchskaninchen.

Im Rathaus der Stadt sieht man das aber offenbar nicht so eng. Oberbürgermeister Jochen Partsch von den Grünen pocht lediglich darauf, dass die geltenden Grenzwerte eingehalten werden. Vor allem sieht er aber die Chancen der neuen Technik. Wenn es nach Partsch geht, soll Darmstadt 5G-Vorreiter werden. Zusammen mit den Landkreisen Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau, Bergstraße und Odenwald bewirbt sich die Stadt beim Bund als 5G-Modellregion um Fördermittel für den Netzausbau.

Sendung: hessenschau, 17.09.2019, 19.30 Uhr

Ihre Kommentare Leistungsfähigere Mobilfunknetze - nötig oder gefährlich?

16 Kommentare

  • Guten Morgen,

    Sie wissen schon, dass der Beitrag völlig an den Haaren herbeigezogen ist. Man könnte auch sagen auch "gelogen". Diese angebliche Heilpraktikerin gehört in Behandlung, so einen gequirlten Mist zu erzählen.
    Wieso? Weil überhaupt kein 5G Sendebetrieb stattfand
    Also lieber HR seid so gut und sendet wahre Begebenheiten. Grüße Michael Riefling

  • Gegen diese Strahlung hilft bekanntlich das Tragen eines Aluhutes.

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