Gähnende Leere herrschte am Samstagmorgen am Hauptbahnhof in Frankfurt.

Für die S-Bahnanbindung des neuen Stadtteils Gateway Gardens müssen Bahnreisende in Frankfurt mit Behinderungen rechnen. Am Morgen ging am Hauptbahnhof gar nichts mehr. Die Strecke zum Flughafen ist noch bis zum Nachmittag gesperrt.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Software-Austausch und Bauarbeiten: Behinderungen am Frankfurter Hauptbahnhof

Frankfurter Hauptbahnhof
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Noch ist Gateway Gardens mit öffentlichen Verkehrsmitteln schwer zu erreichen. Von Mitte Dezember an soll das anders werden. Dann wird der neue Frankfurter Stadtteil mit einer eigenen Station an das S-Bahn-Netz angeschlossen.

Doch ehe die neue Teilstrecke zwischen Stadion und dem Regionalbahnhof des Frankfurter Flughafens in Betrieb geht, werden vor allem Reisende um Frankfurt und Airport-Beschäftigte Geduld brauchen. Wegen finaler Bauarbeiten und einem Software-Update in mehreren Stellwerken kam es bereits am Freitag zu Umleitungen von Zügen und der Sperrung einzelner Strecken.

Das müssen Reisende rund um Frankfurt wissen:

  • Seit Freitagabend bis Samstag, 16.30 Uhr, ist die Strecke zwischen Hauptbahnhof und Flughafen komplett gesperrt. Die Bahn hat einen Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Eigentlich sollte die Strecke schon zwei Stunden früher wieder freigegeben werden, die Bauarbeiten verlängerten sich allerdings kurzfristig, wie der Rhein-Main-Verkehrsverbund und die Bahn mitteilten. Betroffen seien die S-Bahnlinien S1, S2, S7, S8 und S9 sowie die Regionalbahnlinien RE2, RE3, RE4, RB12, RE14, RE20, RB22 und RE70.
  • Am Samstagmorgen bis 9:30 Uhr waren alle Strecken vom und zum Frankfurter Hauptbahnhof gesperrt. Betroffen war auch die Tunnelstammstrecke der S-Bahn. Die Sperrung ist inzwischen wieder aufgehoben.
  • Vom 26. Oktober bis 14. Dezember ist der Regionalbahnhof am Flughafen gesperrt. Die S-Bahnen fahren in dieser Zeit zwar dennoch zum Flughafen. Sie halten aber am Fernbahnhof des Airports. Flugreisende sollten auf jeden Fall ein paar Minuten mehr für die Anreise einplanen. Der Halt in Kelsterbach entfällt in dieser Zeit.
  • Am Samstag werden laut Bahn am Flughafen Frankfurt Fernbahnhof aufgrund des hohen Reisendenaufkommens zusätzliche Züge in Richtung Köln beziehungsweise Würzburg halten.
  • U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse in Frankfurt sind von der Sperrung nicht betroffen.
  • Die Bau-Fahrpläne sind nach Angaben der Bahn bereits in allen Auskunftssystemen abrufbar.

160.000 Kubikmeter Beton, 30.000 Tonnen Stahl, 260 Millionen Euro

Die Anbindung des neuen Stadtteils Gateway Gardens an den öffentlichen Personennahverkehr ist eines der größten Bauprojekte im Rhein-Main-Gebiet. Rund 160.000 Kubikmeter Beton und 30.000 Tonnen Stahl wurden alleine für einen vier Kilometer langen Bahntunnel unter der A5 am Frankfurter Autobahnkreuz verbaut.

Für Tunnelbau und unterirdischen S-Bahnhof hat die Bahn rund 260 Millionen Euro Kosten veranschlagt. Vermutlich werden es am Ende eher 300 Millionen Euro sein.

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zum Video Erster Blick in neue S-Bahn-Station "Gateway Gardens"

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Der Stadtteil Gateway Gardens liegt zwischen der Autobahn 3 und der Bundesstraße 43 direkt am Terminal 2 des Flughafens und ist vor allem Standort von Büros und Firmen. Bis zu 18.000 Menschen werden nach der endgültigen Fertigstellung in Gateway Gardens arbeiten. Derzeit sind es rund 5.000.

Die künftige Fahrzeit vom Frankfurter Hauptbahnhof nach Gateway Gardens soll zehn Minuten betragen. Die Fahrt zum Regionalbahnhof am Flughafen wird sich allerdings wegen des zusätzlichen Halts und der neuen Trasse vom Hauptbahnhof um drei Minuten verlängern.

 S-Bahn-Station "Gateway Gardens" am Frankfurter Flughafen

Die alte Trasse soll übrigens renaturiert werden. Im kommenden Jahr will die Bahn mit Rückbau und Aufforstung beginnen. "Ökologisch ist der Ausgleich ein Gewinn, da die alte Trasse durch ein sogenanntes FFH-Gebiet führte", sagte Peter Rodenfels, stellvertretender Abteilungsleiter im Frankfurter Grünflächenamt der Nachrichtenagentur dpa. FFH steht für "Flora, Fauna, Habitat" - aus ökologischer Sicht ist die alte Strecke also ein wertvolleres Gebiet als das Areal der neuen S-Bahn-Trasse.

Allerdings: "Im Gebiet der neuen S-Bahn-Strecke gab es 100 Jahre alte Eichen", sagt Rodenfels. "Es wird zwar aufgeforstet, aber der hundertjährige Wald ist natürlich verloren."