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zum Video Flugbegleiter bei Lufthansa streiken

Startende Lufthansa-Maschine, Lufthansa-Flieger am Boden am Flughafen

Vor den angekündigten Streiks am Donnerstag und Freitag bietet die Lufthansa kostenlose Umbuchungen auf andere Flüge oder auf die Bahn an. Gleichzeitig veruscht die Fluggesellschaft den Ausstand abzuwenden - vor Gericht und mit einem Gesprächsangebot an die Gewerkschaft UFO.

Wegen des drohenden Streiks der Flugbegleiter bietet die Lufthansa ihren Kunden umfassende kostenfreie Umbuchungen an. Wer ein Ticket für die geplanten Streiktage Donnerstag und Freitag besitzt, kann dieses einmalig umbuchen auf einen Flug der Lufthansa Group innerhalb der nächsten zehn Tage, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Für innerdeutsche Verbindungen bietet die Fluggesellschaft auch an, sie auf ihrer Website in Bahnfahrten umzuwandeln.

Keine Rolle spielt nach Unternehmensangaben die Frage, ob der ursprünglich gebuchte Flug tatsächlich ausfällt. Einen Ersatzflugplan für die Streikzeit will Lufthansa bis Mittwochmittag erstellen und dann im Internet veröffentlichen.

Lufthansa will Streik stoppen

Im Durchschnitt bietet die Lufthansa Group nach eigenen Angaben täglich 1.540 Verbindungen an. Davon entfallen 580 Abflüge auf Deutschland und wiederum 380 auf die Kernmarke Lufthansa. Die Streikdrohung der Flugbegleitergewerkschaft Ufo umfasst bislang nur die Lufthansa-Abflüge aus Deutschland. Die Gewerkschaft hat aber eine Ausweitung angedroht.

Am Dienstag verkündete die Airline ebenfalls, dass sie den geplanten 48-Stunden-Streik ihrer Flugbegleiter mit juristischen Mitteln stoppen will. Der Konzern reichte am Dienstag beim Arbeitsgericht Frankfurt den Antrag auf einstweilige Verfügung ein.

Das Arbeitsgericht in Frankfurt soll auf Antrag der Airline prüfen, ob die mit dem Streik verfolgten Tarifziele rechtens sind. Die Lufthansa zweifelt die Vertretungsbefugnis der Ufo für das Kabinenpersonal an. Der Konzern sieht die "Gewerkschaftseigenschaft" ungeklärt.

Lufthansa lädt zu Spitzengespräch

Wenige Stunden später lud Konzernchef Carsten Spohr die Arbeitnehmervertreter zu einem Spitzengespräch am Mittwochabend um 18.00 Uhr ein. Neben Vertretern von Ufo sollen auch die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und die Industriegewerkschaft Luftverkehr (IGL) daran teilnehmen. Eine Lösung der derzeit "verfahrenen Situation in der Kabine" könne "nur im Dialog liegen", erklärte Spohr. 

Die Ufo-Vorsitzende Sylvia De la Cruz erklärte, es sei "wichtig", dass Spohr als "Treiber des Konflikts" nun zum Gespräch einlade. Ufo werde allerdings nicht öffentlich kommentieren, wie die Gewerkschaft mit der Einladung umgehe, sondern dies dem Büro Spohrs mitteilen.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 04.11.2019, 19.30 Uhr