Blick ins Flughafen-Terminal

Der Streik der Lufthansa-Flugbegleiter sorgt für massive Ausfälle am Frankfurter Flughafen gesorgt. 80 Prozent der geplanten Flüge wurden gestrichen. Jetzt soll es zu einer Schlichtung kommen.

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Die Lufthansa will den Tarifkonflikt mit den Flugbegleitern nun doch in einer Schlichtung beilegen, die Gewerkschaft Ufo ging am Donnerstag auf das Angebot ein: Man werde die von Arbeitsdirektorin Bettina Volkens angeregten Gespräche über das Wochenende wahrnehmen, erklärte ein Ufo-Vertreter am Donnerstag.

Der Streik soll unverändert auch am Freitag weiterlaufen, Ufo werde aber von einer Ausweitung des Streiks auf Lufthansa-Töchter absehen. Insgesamt wurden für beide Streik-Tage rund 1.300 Lufthansa-Flüge abgesagt.

Nach einer monatelangen Gesprächspause hatte Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr am Donnerstag erklärt, dass man nun doch das Gespräch mit der Ufo-Gewerkschaft suche. Es könne auch bei der Lufthansa-Kerngesellschaft nur einen Tarifvertrag geben, sagte er. Hier müssten sich Unternehmen, Belegschaft und ihre Vertreter verständigen und bestehende "Verhärtungen" ausräumen.

Ufo hatte Schlichtung angeregt

Spohr verwies auf die Tochtergesellschaft Eurowings, bei der man mit Verdi und Ufo übereinstimmende Abschlüsse gefunden habe. Seit Mittwoch spricht Lufthansa zudem mit der erst in Gründung befindlichen "Cabin Union" der Ufo-Abspaltung Industriegewerkschaft Luftverkehr (IGL).

Zu den anstehenden Schlichtungsgesprächen am kommenden Wochenende habe man Stillschweigen vereinbart, erklärte der Lufthansa-Chef. Man brauche die Vertraulichkeit, um schwierige juristische Fragen auszuräumen. "Wenn wir schlichten, muss das ganze juristischen Halt haben."

Ufo hatte eine Schlichtung selbst ins Gespräch gebracht. Lufthansa hatte zuvor Verhandlungen mit der Gewerkschaft verweigert und deren Vorstand als nicht vertretungsberechtigt angesehen. Am Mittwoch war der Konzern in zwei gerichtlichen Instanzen mit dem Versuch gescheitert, den Streik noch zu verhindern. Ufo-Vize Daniel Flohr sagte dem hr, das Angebot zur Schlichtung könne ein richtiger Schritt sein: "Ich hoffe sehr, dass ein ernsthafter Wille dahinter steckt".

Hunderte Flüge gestrichen

Seit Donnerstagmorgen sorgt der Flugbegleiter-Streik am Frankfurter Flughafen für erhebliche Einschränkungen. Nach Ufo-Angaben sagte die Lufthansa in Frankfurt 80 Prozent aller geplanten Flüge ab. Rund 400 Verbindungen waren betroffen, die gleiche Anzahl wurde für Freitag gestrichen. Auch die Zahl der Landungen wurde reduziert.

Am Boden bleiben innerdeutsche Flüge, etwa nach Hamburg, München und Stuttgart, genauso wie innereuropäische nach London, Paris oder Warschau. Auch Interkontinental-Verbindungen mussten annulliert werden.

Passagiere blieben Flughafen fern

Flughafen Streik

In den Terminals am Frankfurter Flughafen war es vergleichsweise leer und ruhig, weil viele der betroffenen Passagiere vorab informiert waren und vielfach auf die Bahn oder andere Flüge umgebucht wurden – oder gar nicht erst zum Flughafen kamen. Den Kunden hatte Lufthansa bereits vor dem Streik umfangreiche und kostenfreie Umbuchungsmöglichkeiten angeboten.

Auch Ufo-Vize Flohr sprach von einem Erfolg: "Die Organisierungswelle innerhalb der Kabine ist enorm", auch aus dem Ausland gebe es Zuspruch von Kollegen. Das Vorgehen der Lufthansa gegen einzelne Gewerkschafter und beim Versuch, den Streik rechtlich zu unterbinden, treibe die Leute zusammen, sagte Flohr dem hr. Die Lufthansa war am Mittwoch in zwei Instanzen gescheitert, das Landesarbeitsgericht entschied am Ende, der Streikaufruf von Ufo sei rechtens.

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Anzeigetafel mit abgesagten Flügen
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Ufo fordert für die rund 21.000 Lufthansa-Flugbegleiter höhere Spesen und Zulagen sowie besseren Zugang für Saisonkräfte in reguläre Anstellungsverhältnisse.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 07.11.2019, 19.30 Uhr