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Salzeinleitung in die Werra bis 2027 genehmigt

K+S Abwasser

Die Belastung für die Werra muss nach und nach sinken. Aber der K+S-Konzern atmet auf: Bis Ende 2027 kann er sein Salzabwasser in jedem Fall noch in den Fluss leiten.

Das Regierungspräsidium Kassel hat dem Kali-Konzern K+S für die kommenden sechs Jahre die Erlaubnis zur Entsorgung von Salzabwässern in die Werra erteilt. Die bisherige Genehmigung wäre jetzt ausgelaufen. Die neue wasserrechtliche Erlaubnis gelte für den Zeitraum vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2027 für die hessisch-thüringischen Werke Werra und Neuhof Ellers, teilte das Regierungspräsidium am Donnerstag mit.

Grenzwerte sinken stufenweise

Die Einleitung wird von Umweltschützern seit langem wegen gravierender Folgen für Ökosysteme und Grundwasser kritisiert. Mit der neuen Erlaubnis würden die Grenzwerte in der Werra am Pegel Gerstungen erneut schrittweise gesenkt, heißt es dazu aus dem Regierungspräsidium. Damit werde den Vorgaben der Bewirtschaftungsplanung der Flussgebietsgemeinschaft (FGG) Weser Rechnung getragen.

So wird der Grenzwert für Chlorid stufenweise von 2.400 Milligramm auf 1.700 Milligramm pro Liter Wasser ab 1. Januar 2024 gesenkt. Auch für Magnesium und Kalium gelten jeweils schrittweise niedrigere Grenzwerte. Die Erlaubnis stehe außerdem unter dem Vorbehalt einer weiteren Grenzwerte-Senkung für die Jahre 2026/2027. Ihr soll eine Überprüfung durch die FGG Weser bereits im Jahr 2024 vorausgehen.

5.300 Arbeitsplätze in der Produktion

"Die neue Erlaubnis ist eine gute Nachricht für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Werken Werra und Neuhof-Ellers", sagte K+S-Vorstandschef Burkhard Lohr. Die Genehmigung zeige auch, "dass unsere umfangreichen Investitionen und Maßnahmen zur weiteren Entlastung der Umwelt und zur umweltgerechten Umstellung des Entsorgungskonzeptes am Werk Werra anerkannt werden."

Für den Konzern hängt die Produktion im hessisch-thüringischen Kalirevier an der Entsorgung von Abwässern. Nach Unternehmensangaben hängen 5.300 Arbeitsplätze direkt an der Produktion im Werra-Gebiet.

Mehr als 650 Einwendungen waren laut Regierungspräsidium vor der Genehmigung während der Beteiligung der Öffentlichkeit eingegangen. Mehr als 280 Behörden, Kommunen und Verbände nahmen Stellung. Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber (CDU) sprach von einem "weiteren Schritt Richtung Verbesserung der ökologischen Bedingungen an Werra und Weser". Zugleich seien mit der Erlaubnis "die Weichen für eine planbare Fortsetzung der Produktion im nordosthessischen Kalirevier" gestellt worden.

Politische Einigung

Die Genehmigung kommt spät, aber nicht überraschend. Die für die Weser zuständigen Umweltminister von sieben Bundesländern einschließlich Hessens hatten sich zuvor schon auf den Stufenplan zur Senkung der Salzbelastung in den kommenden Jahren geeinigt. An der Entscheidung beteiligt waren die zuständigen Ministerien von Bayern, Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Hessen.

Die Werra ist einer der beiden Hauptquellflüsse der Weser. Umweltschützer halten die Ökosyststeme beider Gewässer für weitgehend zerstört. Im vergangenen Jahr war die Erlaubnis für die Salzeinleitungen in die Werra ebenfalls in letzter Minute erfolgt. Damals wegen der Frage der strengeren Grenzwerte lediglich für ein Jahr.

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