Frankfurt Wohnen
Stadtansicht Frankfurt Bild © Imago Images

Kein Aprilscherz: In Frankfurt könnten die Mietpreise bald fallen. Davon geht eine neue Wohnungsbau-Studie aus. Die Untersuchung des Analysehauses Empirica zeigt sich beeindruckt von der Bautätigkeit der Stadt.

Der Hashtag #Mietenwahnsinn könnte in diesen Tagen noch Konjunktur bekommen. Das dürfte vor allem an den europaweit angekündigten Demonstrationen liegen, die am Samstag unter dem Motto "Gemeinsam gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn" Menschen für einen radikalen Kurswechsel in der Wohnungspolitik auf die Beine bringen wollen. Auch in Frankfurt ist ein Demonstrationszug geplant.

"Der Protest ist wichtig, legitim - und notwendiger denn je", sagt Hessens Linken-Chef Jan Schalauske. Seine Partei will die Proteste zum Anlass nehmen, in dieser Woche im Landtag einen Antrag zur Einführung eines Mietendeckels zu stellen.

Für Aufmerksamkeit sorgte der Hashtag aber auch durch eine neue Studie des Immobilien-Analysehauses Empirica. In der Untersuchung "Don't Panic. Der #Mietenwahnsinn geht absehbar zu Ende" nehmen die Forscher auf die aktuellen Proteste Bezug und erweitern die Debatte mit einer für viele überraschenden Aussage, die auch medial schnell Verbreitung fand. Die Wissenschaftler gehen mittelfristig - auch in Frankfurt - von sinkenden Mieten aus. Wie das?

Frankfurt unter "Top 7-Städten" auf Platz 1

Die Studie hat sich deutschlandweit unter Berücksichtigung von Bevölkerungsprognosen die Bautätigkeit und den Bedarf an Wohnungen in allen Landkreise und kreisfreien Städte angeschaut.

Ein besonderes Augenmerk richteten die Wissenschaftler auf die hart von Mietpreissteigerungen betroffenen "Top 7-Städte": Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Köln, Stuttgart, München und Frankfurt. In diesen Städten seien in den vergangenen vier Jahren jährlich zusammen rund 25.000 Wohnungen entstanden. Benötigt worden wären 51.000 Wohnungen.

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Die rege Bautätigkeit der Städte werde diese Lücke nahezu schließen, so die Prognose. Für die kommenden vier Jahre gehen die Forscher von jährlich 41.000 fertig gestellten Wohnungen in den "Top 7-Städten" aus. Der Zusatzbedarf schrumpfe dann auf nur noch 7.000 Wohnungen.

"Licht am Ende des Tunnels"

"Nicht alles ist gut, aber wir sehen Licht am Ende des Tunnels", sagt Empirica-Studienautor Reiner Braun. Besonders Frankfurt sei erfolgreich bei seinen Bau-Anstrengungen. "Unter den Top-7-Städten sehen wir Frankfurt auf Platz 1", sagt Braun.

Sobald der Neubau die zusätzliche Nachfrage decke, seien auch Mietpreissenkungen realistisch. "Wir gehen da für Frankfurt von etwa 50 Cent pro Quadratmeter aus", sagt Braun. Eine Einschränkung macht er allerdings dann doch. "Falls nun doch noch einige zehntausend Brexit-Banker nach Frankfurt ziehen, dann müssen wir ganz neu rechnen."

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Weitere Informationen

Über 7.300 genehmigte Wohungen im Jahr 2018

Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Planungsdezernats in Frankfurt 3.519 Wohnungen fertiggestellt. Das war der zweithöchste Wert der vergangenen 40 Jahre. Nur ein Jahr zuvor waren es mehr: 2017 wurden 4.722 Wohnungen gebaut. Das geschah auch durch die Umwandlung von Büro- in Wohnraum - so etwa in Frankfurt-Niederrad. Und der Bauboom könnte anhalten.

Im Jahr 2017 genehmigte die Stadt 5.872 Wohnungen, 2018 waren es sogar 7.326 Wohnungen. "Das ist ein absoluter Topwert und wurde zuletzt in den 60er-Jahren erreicht", sagt Planungsdezernats-Sprecher Mark Gellert. Im Vergleich: Im Jahr 2009 waren nur 2.390 genehmigte Wohnungen.

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Sendung: YOU FM, 01.04.2019, 11 Uhr