Erdkabel liegen unter einer Hochspannungsleitung.

Die umstrittene Windstromtrasse Suedlink wird nicht über osthessisches Gebiet führen. Diese Mitteilung der Bundesnetzagentur beendet jahrelange Proteste. Die Entscheidung für Nordhessen steht allerdings noch aus.

Von der Nordsee bis nach Süddeutschland soll die Gleichstromtrasse Suedlink Windenergie führen – und helfen, ab dem Jahr 2050 80 Prozent des Stroms für Deutschland aus erneuerbaren Energiequellen zu liefern. Pläne, die Trasse Osthessen durchqueren zu lassen, führten seit Jahren zu erbittertem Widerstand. Jetzt ist das vom Tisch.

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Keine Suedlink-Trasse in Osthessen
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Denn die Trasse wird nun an Osthessen vorbei durch das Nachbar-Bundesland Thüringen führen, wie die Bundesnetzagentur am Freitag mitgeteilt hat. Damit folgt die Agentur in ihrer Festlegung weitestgehend dem Vorschlag der Netzbetreiber TenneT und Transnet BW.

Ursprünglich war eine Streckenführung durch den Kreis Fulda entlang der A7 und durch den Main-Kinzig-Kreis geplant. Dagegen hatte es mehr als sechs Jahre lang Widerstand von Anwohnern gegeben. Die Suedlink-Trasse soll den Offshore-Windstrom von der Nordsee bis in die süddeutschen Ballungsräume an Main und Neckar transportieren.

"Wir dürfen stolz sein"

Politiker aus der Region reagierten erleichtert. So sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Brand der Fuldaer Zeitung: "Wir dürfen auf dieses Ergebnis stolz sein." Die nun genehmigte Trasse sei besser für Umwelt, Wirtschaft und Bürger.

Erleichterung äußerte auch der Hünfelder Bürgermeister Benjamin Tschesnok (CDU) dem Blatt gegenüber: Die Anstrengungen hätten sich gelohnt, jahrelang "fachlich fundierte Argumente" gegen die Trassenführung zusammengetragen.

Verlauf durch Nordhessen noch unklar

Während die Gemeinden in Osthessen aufatmen, ist der mögliche Verlauf der Suedlink-Trasse in Nordhessen noch nicht klar. Nordhessen liegt in den Planungen im Abschnitt C, der von Bad Gandersheim in Niedersachsen nach Gerstungen in Bayern führt. Die Entscheidung für diesen Abschnitt ist noch in Vorbereitung.

Der vorgeschlagene Korridor verläuft so, dass er bei Friedland die niedersächsisch-hessische Landesgrenze überquert und südlich von Witzenhausen durch das Werratal und östlich an Bad Sooden-Allendorf vorbeiführt. Vorbei an Eschwege soll es dann durch den Ringgau über die Landesgrenze nach Gerstungen in Thüringen gehen. Zu diesem Vorschlag gibt es allerdings mehrere Alternativrouten.

Hinweis: In der anfänglichen Berichterstattung ist uns ein gravierender Fehler unterlaufen. Darin hieß es, dass die Suedlink-Stromtrasse Hessen nicht durchqueren wird. Die Entscheidung für Nordhessen steht jedoch noch aus. Wir bitten um Nachsicht.

Sendung: hessenschau, 31.10.2020, 19.30 Uhr