Ein Lkw tankt an einer Tankstelle, wo der Diesel 2,32 € pro Liter kostet.

Ende August läuft der Tankrabatt aus. Lange Schlangen und Sprit-Engpässe werden bis dahin nicht erwartet. Die Preise für Benzin und Diesel aber dürften ab September schnell wieder steigen.

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Ende des Tankrabatts

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Lange Schlangen, leere Zapfsäulen - drohen zum Ende des Tankrabatts chaotische Szenen an den Tankstellen? Der Tankstellen-Interessenverband (TIV) geht nicht davon aus. Vielmehr würden die Autofahrerinnen und -fahrer schon die letzten Tage der Steuervergünstigungen nutzen, um noch einmal vollzutanken. "Die Leute wissen, was sie erwartet", so TIV-Sprecher Herbert Rabl gegenüber hessenschau.de.

Sprit-Engpässe in Hessen unwahrscheinlich

Auch Versorgungsengpässe seien in Hessen erst einmal nicht zu befürchten. Der derzeit niedrige Rhein-Pegel sorge zwar dafür, dass weniger Frachtschiffe zum Transport von Diesel und Benzin unterwegs seien und auch nur zu einem Drittel oder zur Hälfte beladen würden, damit sie im seichteren Fahrwasser nicht stecken blieben.

Von einer angespannten Lage will Rabl aber noch nicht sprechen. Anders als beispielsweise im Saarland, wo wegen des "Tank-Tourismus" aus Frankreich regional Sprit-Engpässe drohten, sei Hessen in einer guten Situation.

"Wenn es dort mal zu einer Versorgungslücke kommen sollte, dann wegen der Logistik", so Rabl. Insgesamt stünden zu wenige Lkw und zu wenige Fahrer mit dem nötigen Gefahrgut-Führerschein zur Verfügung. In den Ferien und wegen eines durch Corona erhöhten Krankenstandes könne es in Südhessen vereinzelt zu Ausfällen kommen. "Aber das betrifft dann vielleicht mal eine Zapfsäule an einer Tankstelle und das auch nur für ein paar Stunden."

Hohe Preise für Benzin und Diesel erwartet

Deutlich länger als einige Stunden dürften zum Ende des Tankrabatts dagegen die Preise an den Tankstellen in die Höhe schnellen. TIV-Sprecher Rabl geht davon aus, dass sich der Preis für einen Liter Benzin bei etwa zwei Euro einpendelt - und dort auch erst einmal bleibt. "Dass der Preis in diesem Sommer der Verwerfungen auf 1,50 Euro runtergeht, halte ich für sehr unwahrscheinlich."

Damit würden sich die Preise an den Tankstellen wieder auf dem Niveau vor dem Tankrabatt bewegen. Im Rahmen eines Entlastungspakets hatte die Bundesregierung im Frühjahr die Energiesteuer auf Kraftstoffe für drei Monate gesenkt. Vom 1. Juni bis zum 31. August wurde Benzin dadurch um rund 35 Cent pro Liter günstiger, Diesel um rund 17 Cent. Ab 1. September werden wieder 65 Cent Steuern je Liter Benzin und 47 Cent je Liter Diesel fällig.

Auch 9-Euro-Ticket endet

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Tankrabatt endet: Bundesbank erwartet hohe Inflation

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Auch das 9-Euro-Ticket, das für finanzielle Entlastung bei Verbraucherinnen und Verbrauchern sorgen sollte, läuft dann aus. Bisher seien rund 38 Millionen der Tickets verkauft worden, teilte die Deutsche Bahn auf Nachfrage mit.

Im Durchschnitt seien rund zehn Prozent mehr Fahrgäste mit Zügen und Bussen unterwegs gewesen, insbesondere an den Feiertagswochenenden und in touristischen Regionen. Jeder Fünfte sei zuvor kaum oder gar nicht mit Bus oder Bahn unterwegs gewesen.

Laut dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) zeigt ein leichter Rückgang im August aber, dass die Mehrheit der Fahrgäste das 9-Euro-Ticket nicht für Ausflugs- oder Urlaubsfahrten, sondern im Alltag nutzt. Dem VDV und der Bahn ist deshalb an einer Anschlussregelung gelegen: "Einmal mehr hat dieses Ticket unterstrichen, wie wichtig ein weiterer Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs ist", so ein Bahn-Sprecher.

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