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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Ärzte an Uni-Kliniken erhalten mehr Geld

Ein junger Arzt trägt eine MNS-Maske (auch OP-Maske) genannt.

Gute Nachricht für die rund 2.200 Ärzte an den hessischen Uni-Kliniken: Sie bekommen mehr Geld: In drei Schritten insgesamt 7,25 Prozent. Darauf haben sich Land und Gewerkschaft geeinigt.

Der Marburger Bund hat sich mit dem Land Hessen auf einen Tarifabschluss für die rund 2.200 Ärzte an den drei hessischen Universitätskliniken geeinigt. Die Mediziner bekommen in drei Schritten 7,25 Prozent mehr Gehalt. Auch die Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit werden erhöht.

Anwesenheitszeit der Ärzte wird dokumentiert

Außerdem sind die Universitäts-Kliniken ab sofort verpflichtet, die gesamte Anwesenheitszeit von Ärzten im Krankenhaus elektronisch zu erfassen und zu dokumentieren. Laut dem Berufsverband Marburger Bund Hessen ist das ein großer Fortschritt im Umgang mit der Arbeitszeit von Ärzten.

Zudem sollen Ärzte Ausgleichstage bekommen, wenn sie mehr als vier Bereitschaftsdienste im Monat haben. Außerdem stehen jedem Arzt zwei freie Wochenenden im Monat zu. Der Tarifabschluss gilt für die drei hessischen Universitätskliniken in Gießen, Marburg und Frankfurt.

Berufsverband und Land zufrieden

"In der herausfordernden Verhandlungssituation, in Zeiten von Corona und dem aktuellen Übergang des privatisierten Uniklinikums Gießen/Marburg an einen neuen privaten Träger, sind wir mit dem Ergebnis zufrieden, auch wenn wir nicht hundertprozentig alle unsere Punkte durchsetzen konnten", sagte Andreas Wagner, Verhandlungsführer und Geschäftsführer des Marburger Bundes Hessen. Es sei ein langer und schwieriger Weg gewesen, das Gesamtergebnis sei aber respektabel.

Als letzten Schritt müssen noch die Gremien des Marburger Bundes zustimmen, damit das Tarifergebnis gültig ist. Zuvor hatte es mehrere Monate keine Einigung gegeben.

Auch Innenstaatssekretär Stefan Heck ist mit dem Abschluss zufrieden. Er führte die Verhandlungen für das Land Hessen. Nach neun Monaten Verhandlungen sei das eine "passgenaue hessische Lösung für die Wochenend- und Bereitschaftsdienste".

Ärztekammerpräsident schlägt Alarm

Unterdessen forderte der Hessische Ärztekammerpräsident in der Corona-Krise mehr Unterstützung von der Politik. Seit Wochen arbeiteten die Gesundheitsämter am Limit, sagte Edgar Pinkowski laut einer Mitteilung. Die Mitarbeiter kämpften nicht nur mit der Pandemie, sondern auch mit strukturellen Defiziten und zu wenig Personal im Öffentlichen Gesundheitsdienst. Pinkowski forderte deswegen unter anderem eine personelle Mindestausstattung, attraktivere Arbeitsbedingungen und eine bessere Bezahlung.

Sendung: hr1, 01.07.2020, 20.00 Uhr