Mehrere hundert Taxifahrer haben in Frankfurt gegen die geplante Marktöfffnung für private Fahrdienste demonstriert. Sie warnten vor Verkehrskollaps und zusätzlicher Luftverschmutzung in Großstädten.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Taxifahrer-Protest in Frankfurt

Korso mit hunderten Taxis am nördlichen Mainufer in Frankfurt
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In einem Auto-Corso rollten am Donnerstag mehr als 500 Fahrzeuge durch die Innenstadt und zum Römerberg, wo das Frankfurter Rathaus steht. Dort fand eine Kundgebung statt. Laut Polizei kam es dabei zu einigen Verkehrsbehinderungen. Im April gab es eine ähnliche Protestaktion in Wiesbaden.

Der Vorsitzende der Taxi-Vereinigung, Hans-Peter Kratz, wandte sich erneut gegen Pläne von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), der den deutschen Markt für US-Vermittlungsportale wie Uber weiter öffnen will. Man könne in zahlreichen Metropolen der Welt sehen, dass es dort durch zehntausende umherfahrende Mietwagen zum Verkehrskollaps und zu zusätzlicher Luftverunreinigung komme. Die Regulierung den Kommunen zu überlassen, funktioniere nicht, warnte Kratz. Sie seien schon heute nicht zu wirksamen Kontrollen der Mietwagen in der Lage.

Uber-Wagen fahren seit Dezember wieder in Frankfurt. Der erste Anlauf des US-Unternehmens, hier Fuß zu fassen, scheiterte vor einigen Jahren wegen mehrerer Rechtsverstöße. Privatleute fahren nicht mehr für Uber, sondern lizensierte Mietwagenfahrer. Darunter sollen auch Taxifahrer sein.

Unternehmerverbände für Deregulierung

Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) verlangte hingegen eine Deregulierung des Taxigewerbes. Es müssten theoretisch unbegrenzt zusätzliche Konzessionen ausgegeben werden. Auch die Preisregulierung durch die Städte sieht die VhU kritisch.

Grundsätzlich müsse man das volle Potenzial der Digitalisierung für den Individualverkehr nutzen, betonte der Vorsitzende des VhU-Verkehrsausschusses, Jochen Knake. Spezielle soziale oder ökologische Standards seien beispielsweise wegen des branchenübergreifenden Mindestlohns nicht notwendig.