Uber-Taxi
Uber macht in Frankfurt einen Neustart. Bild © Imago

Vor drei Jahren wollte der Fahrdienstvermittler Uber den Taximarkt in Frankfurt aufmischen - und scheiterte. Nun versucht es Uber mit einem konventionelleren Konzept erneut. Die Konkurrenz ist dennoch alarmiert.

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hs

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Mitfahrservice per App, günstiger als normale Taxis, Privatleute als Fahrer: Mit diesem Konzept wollte der Fahrdienstvermittler Uber vor drei Jahren in Frankfurt Fuß fassen. "Mit dem Kopf durch die Wand, das geht nicht", sagt Uber-Sprecher Tobias Fröhlich rückblickend. Denn Uber scheiterte im ersten Anlauf. Gerichte stoppten das Unternehmen wegen diverser Rechtsverstöße. Viele Uber-Fahrer hatten damals beispielsweise keine Genehmigung zur Personenbeförderung. Doch jetzt sei alles anders, betont Fröhlich. Seit Mittwoch bietet der Fahrdienstvermittler mit Sitz Kalifornien seine Dienste wieder in Frankfurt an.

Nur noch Fahrer mit Personenbeförderungsschein

Privatleute als Fahrer soll es jetzt nicht mehr geben. "Heute haben wir lizensierte Mietwagenfahrer", betont Fröhlich. An den Start geht Uber in Frankfurt mit zwei Modellen: "UberTaxi" und "UberX". "UberTaxi" soll ähnlich wie die Konkurrenz-App "MyTaxi" funktionieren, die Taxifahrten zu regulären Tarifen vermittelt. Die Vermittlungsgebühr für die Fahrer beträgt dabei sieben Prozent, wie Uber bestätigt. Wie viele Taxifahrer in Frankfurt mit Uber zusammenarbeiten wollen, sagt das Unternehmen nicht. "Das ist noch zu früh", meint Fröhlich. Man sei derzeit mit Partnern im Gespräch. In Berlin lassen sich von rund 8.000 Taxis rund 1.500 von Uber vermitteln.

Eine harte Konkurrenz für normale Taxifahrer könnte vor allem "UberX" werden: die Vermittlung von Mietwagen mit Chauffeur. Deren Preise sind nicht gebunden und können je nach Auslastung günstiger ausfallen - zu Stoßzeiten wie an Silvester oder zu Messen aber auch teurer. Für solche Chauffeur-Fahren gilt allerdings ein höherer Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent. Bei Taxifahrten werden nur sieben Prozent fällig. Zudem müssen Chauffeure nach jeder Tour wieder an den Betriebssitz zurückkehren.

Dumpingpreise zum Markteinstieg?

"Wenn sich Uber jetzt an Recht und Gesetz hält, dann sehen wir das Unternehmen als ganz normalen Konkurrenten", sagt Sven Adler von der Frankfurter Taxi-Vereinigung. Skeptisch ist er trotzdem. Denn die verschiedenen Uber-Dienste seien schließlich keine neuen Konzepte, "MyTaxi" und andere gebe es ja schon. "Warum sollte ein Taxifahrer also zu Uber gehen?" Adler ist bereits zu Ohren gekommen, dass Fahrer mit Stundensätzen von Uber gelockt würden, die auch gezahlt würden, wenn gar keine Fahrten stattfinden. "Möglicherweise wollen die sich so in den Markt einkaufen, Geld verdienen kann man so jedenfalls nicht."

In Deutschland bietet Uber seine Dienste bislang in Berlin, München und Düsseldorf an - und sorgt dort für Unruhe in der Branche. In Düsseldorf demonstrierten Taxifahrer im Oktober mit einem Autokorso gegen die Geschäftspraktiken von Uber. Das Unternehmen mache mit Dumpingpreisen das Taxigeschäft kaputt, so der Vorwurf. In Berlin werfen Taxifahrer Uber-Chauffeuren vor, sich nicht an die Rückkehrpflicht zu halten.

Auch Anwalt Herwig Kollar, der die deutschen Taxirufzentralen vor drei Jahren im Rechtsstreit mit Uber vertrat, verfolgt das Auftreten von Uber kritisch. Sollte sich das Unternehmen nicht an die Rückkehrpflicht halten, erwägt er rechtliche Schritte.

Uber nennt keine Zahlen

Uber betont, man habe aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und halte sich jetzt strikt an die gesetzlichen Vorgaben. Zu den Konditionen, zu denen Uber-Fahrer arbeiten, sagt der deutsche Konzernsprecher allerdings nur soviel: Es gebe zum Start "Incentive-Systeme", also beispielsweise Anreize für Fahrer, die für bestimmte Zeiträume ihre Dienste anbieten. Auch auf die Frage, ob Uber in Deutschland Gewinn macht, gibt sich der Sprecher verschlossen: "Wir kommunizieren Zahlen auf nationaler Ebene nicht."