Flughafen Frankfurt

Zickzack statt geradeaus: So könnte man das Anflugverfahren beschreiben, das aktuell am Frankfurter Flughafen getestet wird. Flugzeuge weichen dabei größeren Städten aus. Das Ziel: weniger Fluglärm.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Deutsche Flugsicherung testet "segmentierten Anflug"

Flugzeug am Himmel
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Die Deutsche Flugsicherung lässt seit Montag Flugzeuge den Frankfurter Flughafen probeweise anders anfliegen. Statt geradeaus zu fliegen, sollen die Flugzeuge im Landeanflug größeren Städten ausweichen. Laut der Flugsicherung kann das neue Verfahren Städte vom Lärm entlasten und Treibstoff sparen.

Entlastet werden sollen in der einen Richtung unter anderem Offenbach und Hanau, in der anderen Richtung Mainz. Flugzeuge sollen stattdessen über weniger dicht besiedelte Gebiete fliegen. Das führt allerdings dazu, dass einige kleinere Kommunen stärker vom Lärm belastet werden: zum Beispiel Babenhausen (Darmstadt-Dieburg).

Bisher nur nachts genutzt

Der segmentierte Anflug, wie das Verfahren heißt, ist nicht neu. Nach Angaben der Flugsicherung wird es schon seit zehn Jahren genutzt, allerdings bisher nur nach 23 Uhr abends, wenn verspätete Flugzeuge ausnahmsweise während des Nachtflugverbots landen dürfen.

Dass die Anflüge jetzt auch tagsüber getestet werden, liegt auch an der Corona-Pandemie. Weil der Flugverkehr stark zurückgegangen ist, gebe es "die besondere Chance" für diesen Probebetrieb, schreibt die Deutsche Flugsicherung. "So können wir in Krisenzeiten direkte und kerosinsparende, damit also effizientere und umweltfreundliche Verfahren ermöglichen", sagte Geschäftsführer Dirk Mahns.

Erste Erkenntnisse aus dem Testbetrieb soll es im Herbst geben: Es geht darum, wie sich der segmentierte Anflug auf den Lärm auswirkt. Außerdem soll geklärt werden, ob das Anflugverfahren auch bei mehr Flügen am Tag funktioniert.

Sendung: hr-iNFO, 01.03.2021, 07.30 Uhr