E-Highway
Bereits für Hybrid-Lkw: Der neue E-Highway auf der A5. Bild © picture-alliance/dpa

Ist das der Schwerverkehr der Zukunft? Auf der A5 in Südhessen ist am Dienstag Deutschlands erster E-Highway in Betrieb genommen worden. Spezielle Hybrid-Lkw mit Stromabnehmern können hier während der Fahrt ihre Batterien aufladen.

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Die Elektro-Autobahn in Zahlen:

  • Länge: 5 Kilometer auf der A5 zwischen Langen/Mörfelden und Weiterstadt
  • 229 Masten: 112 in Fahrtrichtung Frankfurt, 111 in Richtung Darmstadt und 6 im Mittelstreifen
  • Kosten für den Streckenbau: 14,6 Millionen Euro - übernimmt das Bundesumweltministerium
  • Durchschnittliches Verkehrsaufkommen auf der Strecke: täglich 135.000 Fahrzeuge, davon 14.000 Lkw
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Lastwagen-Teststrecke auf A5

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Alltagstauglichkeit des E-Highways auf der A5 wird getestet

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Das Modellprojekt trägt den Namen "Elisa": Das steht für "elektrifizierter, innovativer Schwerverkehr auf Autobahnen". Am Dienstagvormittag wurde Deutschlands erster E-Highway für Lkw offiziell in Betrieb genommen - in Testbetrieb. Fünf Speditionen werden die Strecke zwischen den Anschlussstellen Langen/Mörfelden und Weiterstadt von Dienstag an regelmäßig nutzen.

Die Laster der Speditionen brauchen dafür einen Stromabnehmer auf dem Dach und Hybridantrieb, um an die dort eingerichtete Oberleitung andocken zu können. Die Technologie soll helfen, den Schadstoffausstoß des Schwerlastverkehrs zu senken. Der Feldversuch läuft bis Ende 2022.

Alltagstauglichkeit im Test

Getestet wird die Stromeinspeisung über die fünf Kilometer langen und in beiden Fahrtrichtungen angebrachten Oberleitungen schon seit gut fünf Monaten. Nun geht es um die Alltagstauglichkeit. Viele Fragen sind zu klären, wie Projetkoordinator Achim Reusswig von der Landesbehörde Hessen Mobil weiß: Wie wirkt sich die E-Mobilität betriebswirtschaftlich auf die Speditionen aus? Wie wird der Verkehr beeinflusst? Könnten Rettungsdienste im Einsatz beeinträchtigt werden? Und die entscheidende Frage: Wie viele Schadstoffe werden eingespart? Auswerten wird das Ganze die Technische Universität Darmstadt.

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Hessen Mobil

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hessen Mobil: "Heute ist ein wichtiger Tag, der Feldversuch geht richtig los"

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Die Projektentwickler gehen davon aus, dass der Verkehr durch die E-Laster nicht negativ beeinträchtigt wird. Die Laster mit dem speziellen Dachaufbau können ihre Stromabnehmer - so genannte Pantografen - bei normaler Reisegeschwindigkeit ausfahren. Auch beim Abdocken muss der Lkw nicht langsamer fahren. Im Anschluss kann der Laster im Batteriebetrieb weiterfahren. Sind die Akkus des Lasters leer, übernimmt der Hybridmotor mit Diesel den Antrieb.

Lohnt sich die Investition?

Zweifel gibt es eher beim Kosten-Nutzen-Verhältnis. Micheal Kraft, Vizepräsident des Verbands des Hessischen Kfz-Gewerbes, hält die in Schweden bereits angewendete Technologie für unwirtschaftlich. "Das sind Fahrzeuge, die nur für ganz bestimmte Bedarfe geeignet sind und auf lange Sicht eher eine Nebenrolle spielen werden", sagt er.

"Wir müssen in innovative Lösungen investieren", betonte dagegen die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Rita Schwarzelühr-Sutter, bei der Inbetriebnahme der Strecke an der A5. Es gebe große Herausforderungen beim Klimaschutz auch im Verkehrsbereich und irgendwo müsste ja tatsächlich mal angefangen werden.

Die Kosten von 14,6 Millionen Euro für das Pilotprojekt in Südhessen auf einem der meistbefahrenen Autobahnabschnitte Deutschlands trägt das Bundesumweltministerium. In Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg entstehen zwei weitere Teststrecken. Weitere rund 15 Millionen Euro sollen nach Angaben von Schwarzelühr-Sutter in Datensammlungen und Auswertungen bis 2022 fließen.

Sendung: hr1, 07.05.2019, 13:00 Uhr