Portion Pommes Frites
Portion Pommes Frites Bild © Imago Images

Kartoffeln könnten teurer werden - auch in Hessen. Doch Pommesbuden wollen die höheren Preise nicht sofort an hungrige Kunden weiterreichen. Und ein Kartoffelhändler hofft, die knappe Ernte verbessert das Bewusstsein.

Die Pommes-Verkäufer vom Wissenbacher Imbiss in Eschenburg (Lahn-Dill) sind gewarnt: Ihr Kartoffellieferant hat per Mitteilung höhere Preise angekündigt. "Wir wissen, es wird teurer", heißt es Montag bei der Metzgerei Weil, die den Imbiss betreibt.

Mit dem 1.900-Einwohner-Ortsteil hat die drohende Pommes-Krise auch den letzten Winkel des Landes erreicht. Ausgerufen hatte die "dramatische" Lage am Sonntag der Verband der kartoffelverarbeitenden Industrie: Es drohten 25 Prozent weniger Ernte wegen der Dürre auf den Äckern, bei den für Pommes nötigen dicken Kartoffeln ergäben sich "Versorgungsprobleme".

Vetrocknetes Kartoffelfeld im nordrhein-westfälischen Siegerland nahe Hessen
Vetrocknetes Kartoffelfeld im nordrhein-westfälischen Siegerland nahe Hessen Bild © Imago Images

Dieser Alarmismus wird nicht an allen hessischen Fritteusen geteilt. Beim Currywurst-Brater "Best Worscht in Town" zeigt sich Mirko Dähne trotz angekündigter Kartoffel-Dürre eher cool. "Das ist immer alle paar Jahr so", sagt Dähne, der Filialen in Neu-Isenburg und Frankfurt betreibt. Der Großhändler kenne den Bedarf und schaffe die Kartoffeln in der Regel heran, wenn auch zu höheren Kosten. Der Preis im Imbiss ändere sich zunächst nicht, sagt Dähne. "Da ist ein Puffer drin, der Preisschwankungen erst einmal auffängt."

Kartoffel-Boom nach dem Krieg

Ein Blick auf die Statistik zeigt: Die Kartoffel-Ernte in Hessen schwankte auch in den vergangenen Jahren. Vor allem verlor die Kartoffel über die vergangenen Jahrzehnte ihren Platz auf hessischen Äckern. Grund: Menschen und Tiere futtern einfach viel weniger von der Erdknolle.

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Beim Hessischen Bauernverband rechnet Hans Hermann Harpain für dieses Jahr wie bundesweit mit einer geringeren Kartoffelernte. Allerdings sei das genaue Ausmaß noch schwer einzuschätzen. Die Ernte habe auch noch gar nicht begonnen.

Mehr Bewussstein für Natur

Christian Bausch, Kartoffel-Händler in fünfter Generation in Lich (Gießen), verweist auf die Ernte ab Mitte/Ende August bis Oktober. Derzeit rechnet er mit 30 Prozent weniger Ertrag. "Da wissen alle, dass da die Preise steigen", sagt er. Der Großhändler kann der drohenden Kartoffel-Ebbe auch eine gute Seite abgewinnen. Er hofft: Vielleicht werde den Kunden so bewusster, dass es sich bei Obst und Gemüse um Naturprodukte handele.

Allerdings könnte es selbst bei kleineren Betrieben dauern, bis die knappe Ernte auf die Preise an der Theke durchschlägt. Beim Wissenbacher Imbiss etwa heißt es zu den höheren Lieferpreisen: "Da kann man nix machen" Am Pommes-Preis werde sich zumindest vorerst nichts ändern.