Die Grafik zeigt die Arbeitslosenquote von September 2019 in der Höhe von 4,3%.

In Hessen zeigt sich der Arbeitsmarkt erneut unbeeindruckt von düsteren Prognosen zur internationalen Konjunktur. Die Herbstbelebung fällt deutlich aus und lässt die Zahl der Erwerbslosen zurückgehen. Allerdings gibt es regionale Unterschiede.

In Hessen ist die Arbeitslosigkeit im September gesunken. Wie die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit mitteilte, lag die Zahl der Arbeitslosen bei knapp 147.000. Das waren rund 5.700 weniger als im August. Die Arbeitslosenquote betrug damit 4,3 Prozent. Im Vormonat hatte sie noch bei 4,5 Prozent gelegen, im Vorjahreszeitraum bei 4,4 Prozent.

Positive Erwartungen für die kommenden Monate

Der Geschäftsführer der Regionaldirektion Hessen, Frank Martin, erklärt den Rückgang der Arbeitslosigkeit zum einen damit, dass für viele junge Menschen die Ausbildungszeit beziehungsweise das Studium begonnen hat. Sie sind deshalb nicht mehr arbeitslos gemeldet. Zum anderen sei der September ein typischer Einstellungstermin für Fachkräfte und andere Arbeitnehmer. Auch zeige sich der hessische Arbeitsmarkt immer noch unbeeindruckt von internationalen Unsicherheiten wie zum Beispiel dem Brexit.

"Der Arbeitsmarkt zeigt sich unverändert stabil", resümiert Martin. "Alle Branchen außer der Zeitarbeit tragen derzeit noch zur guten Situation in Hessen bei." Für die kommenden Monate erwartet er ebenfalls einen widerstandsfähigen Arbeitsmarkt: "Wir werden im Oktober und November noch einige junge Menschen in eine Ausbildung vermitteln. Zusätzlich wird das bald einsetzende Weihnachtsgeschäft Bewegung bringen", sagt Martin weiter.

Höhere Arbeitslosenquote in den Städten

Allerdings gebe es in Hessen auch regionale Unterschiede. So gehe die Arbeitslosigkeit in Regionen mit vorwiegend produzierendem Gewerbe wie Lahn-Dill-Kreis, Groß-Gerau oder Waldeck-Frankenberg weniger stark zurück als in Regionen mit einem starken Dienstleistungssektor wie das Rhein-Main-Gebiet.

Aktuell weisen 15 der 26 hessischen Kreise eine Arbeitslosenquote von unter 4,0 Prozent auf. Der Landkreis Fulda liegt mit einer Quote von 2,6 Prozent im Hessenvergleich am niedrigsten. Unter der Vier-Prozent-Marke lagen auch die Landkreise Kassel, Waldeck-Frankenberg, Schwalm-Eder, Hersfeld-Rotenburg, Marburg-Biedenkopf, Vogelsberg, Limburg-Weilburg, Wetteraukreis, Offenbach, Hochtaunus, Rheingau-Taunus, Main-Taunus und der Kreis Bergstraße.

Etwas anders zeigt sich die Lage in den großen hessischen Städten. Lediglich Frankfurt bleibt unter der 5-Prozent-Marke. Die höchste Arbeitslosenquote weist mit 8,2 Prozent Offenbach auf gefolgt von Kassel (7,1 Prozent), Wiesbaden (6,3 Prozent), Gießen (5,3 Prozent) und Darmstadt (5,1 Prozent).

Mehr als ein Zehntel der Arbeitslosen hat einen Fluchthintergrund

Knapp 11 Prozent aller im September in Hessen arbeitslos gemeldeten Personen haben einen Fluchthintergrund - insgesamt 16.292. Ihre Zahl stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2.092. Den größten Anteil machten hierbei mit 7.029 Personen syrische Geflüchtete aus.