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Klinik Wolfhagen

Der stationäre Betrieb der Klinik Wolfhagen scheint nun endgültig gesichert. Der Landkreis Kassel will das Klinikum zum 1. Juli übernehmen. Das Personal soll zu den bisher gültigen Konditionen übernommen werden.

Der Verkauf der Kliniken Wolfhagen und Hofgeismar an den Landkreis Kassel ist beschlossene Sache. Wie die Stadt Kassel, der Landkreis und die bisherige Eigentümerin, die Gesundheit Nordhessen AG (GNH), am Mittwoch in einer Pressemitteilung mitteilten, habe man sich auf wesentliche Eckpunkte des Geschäfts einigen können. Der Haupt- und Finanzausschuss des Landkreises habe dem Kauf bereits zugestimmt. Ein fertiger Kaufvertrag könnte dem Kreistag bereits zur kommenden Sitzung am 22. Juni vorgelegt werden, erklärte Landrat Uwe Schmidt (SPD).

Nach den jetzt beschlossenen Eckpunkten sollen die Kliniken am 1. Juli in das Eigentum des Landkreises übergehen. Laut einem Bericht der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen zahlt der Kreis der GNH 2,4 Millionen Euro. Im Gegenzug erhält der Kreis 700.000 Euro für seinen 7,5 prozentigen Anteil an der GNH. Zudem will der Kreis das Defizit der Kliniken im ersten Halbjahr übernehmen.

Streit zwischen Kreis und Betreiber

Die Zukunft insbesondere der Klinik in Wolfhagen hatte in den letzten Monaten für Streit zwischen dem Landkreis und den Betreibern gesorgt. Die GNH hatte bereits im Herbst 2019 angekündigt, die defizitäre Klinik schließen zu wollen, was lautstarke Proteste von Politikern, Bevölkerung und Beschäftigten zur Folge hatte. DIe GNH plante, die stationäre Behandlung nach Bad Arolsen zu verlegen.

Mitte Februar 2020 wurde dann der stationäre Betrieb der Wolfshagener Klinik ausgesetzt. Die GNH begründete diese mit Brandschutzmängeln, durch die "Leib und Leben" der Patienten und des Personals gefährdet seien. Die Beseitigung der Mängel würde Schätzungen zufolge 13 Millionen Euro kosten. Vertreter des Landkreises hielten diese Begründung für vorgeschoben.

Kein Lohndumping

Die Eckpunkte, auf die sich Betreiber und Landkreis nun verständigt haben, sehen einen sogenannten "Asset Deal" vor. Damit gehen alle sachlichen und personellen Ressourcen einzeln auf den neuen Eigentümer über. Der Landkreis hat sich zudem eigenen Angaben zufolge bereit erklärt, alle Mitarbeiter der Kreiskliniken zu den bisher geltenden Konditionen zu übernehmen.

"Für uns kommt es darauf an, zum 1. Juli zwei funktionsfähige Krankenhäuser mit allen dafür notwendigen Mitarbeitern zu übernehmen – es wird mit dem Landkreis Kassel als Arbeitgeber kein Lohndumping oder eine Verschlechterung der aktuellen Arbeitsbedingungen geben“, betont Landrat Schmidt.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 02.04.2020, 13 Uhr