Bunt blühende Blumenwiese

Sie sind schön anzusehen und bieten vor allem Nahrung für Insekten: Blühflächen und Blumenwiesen. Rund zehn Prozent mehr davon gibt es in Hessen in diesem Jahr. Land, Kommunen, Bauern und Privatleute pflanzen sie zunehmend an.

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Mit farbenfrohen Blüten gegen das Insektensterben: Auch in diesem Jahr haben zahlreiche Landwirte, Kommunen und private Initiativen Blühstreifen und Felder als Nahrung und Lebensraum für Bienen, Hummeln und andere Tiere angelegt. Auf 5.580 Hektar ist die Fläche von Blühstreifen an Wegrainen und Ackerrändern in Hessen gewachsen - gut zehn Prozent mehr als im vergangenen Jahr, wie das Umweltministerium der Nachrichtenagentur dpa mitteilte.

"Vor allem bestäubende Insekten wie Wildbienen haben einen gewaltigen Anteil daran, dass es uns gut geht. Ohne sie können Pflanzen keine Früchte bilden, und Tiere und Menschen verlieren ihre Nahrungsgrundlagen", betonte Umweltministerium Priska Hinz (Grüne): "Darum setzen wir uns besonders für den Schutz bestäubender Insekten ein."

Eine Biene sitzt auf einer Kornblume

Engagement von Land und Landwirten

Dabei setzt Hessen im wesentlichen auf drei Säulen:

  • Über das Agrarumweltmaßnahmen-Programm HALM werden fast 4.000 Hektar Blühflächen gefördert - das entspricht rund 5.600 Fußballfeldern. Rund 2,66 Millionen Euro investiert das Land dafür. Mehr als 1.880 Landwirtinnen und Landwirte haben sich demnach entschieden, ein- und mehrjährige Blühflächen anzulegen - etwa zehn Prozent mehr als 2020.
  • Hinzu kommen 1.600 Hektar Blühflächen über die Gemeinschaftsinitiative "Hessens Landwirtschaft blüht für Bienen - Landwirte und Imker sind Partner" des Landesbauernverbands und des Landesverbands Hessischer Imker. Wie im vergangenen Jahr erhielten die Landwirte dafür rund 16 Tonnen Blühmischung. Dadurch erhielten Insekten Nahrung über die Blüte von Obstbäumen und Raps hinaus bis in den Herbst hinein, informiert der Bauernverband.
  • Schließlich zweigt das Land einen Teil der Einnahmen aus Lotto für die Kampagne "Bienenfreundliches Hessen" ab - im vergangenen Jahr waren das 45.000 Euro. Etwa die Hälfte davon floss in die Anlage von Blühflächen, mit dem übrigen Geld wurden vor allem Imkervereine bei der Arbeit unterstützt. Die Zahl der Honigbienenvölker stieg laut Umweltministerium hessenweit im vergangenen Jahr um 1.700 auf rund 65.700 Völker.

Viele kleine Initiativen

Auch Kommunen und Privatleute engagieren sich zunehmend, wenn es um ein erweitertes Nahrungsangebot an Bienen und andere Bestäuber geht. So rief der Vogelsbergkreis ein Insektenschutzprojekt aus, an dem 13 Städte und Gemeinden teilnehmen. Auch der Main-Kinzig-Kreis stieß mit "Main.Kinzig.Blüht.Netz" ein Projekt zur Biodiversität an, das 500 Flächen in insektenfreundlichen Lebensraum umwandeln will. Die Stadt Königstein im Taunus hat eine Wiese am Kurbad in ein Blütenmeer verwandelt und will ausloten, welche weiteren Flächen sich für Wildblumen eignen könnten.

Eine Biene fliegt neben einer Blüte des Bienenfreunds entlang

Die vom Landwirt Friedrich Bellgardt in Hammersbach (Main-Kinzig) angeregte Blühfeld-Initiative hat sich nicht nur dem Artenschutz verschrieben, sondern will den Impuls zur Förderung der Artenvielfalt weitergeben, etwa durch spezielle Aktionen für Kinder. Mit einem Geldbetrag können sich Paten bei der Blühfeld-Initiative virtuell an den mittlerweile rund 42.000 Quadratmeter umfassenden Flächen beteiligen, auf denen zurzeit Klatschmohn, Margeriten, Rotklee und andere Pflanzen in Blüte stehen. Rund 170 Paten hat die Initiative in diesem Jahr gewonnen, wie Bellgardt berichtete.

BUND: "Wert auf richtige Mischung legen"

Der Naturschutzverband BUND sieht die Initiativen und die Anlage von Blühstreifen grundsätzlich mit Freude: "Alles, was mehr Blüten in die Landwirtschaft bringt, ist erst mal positiv", sagt Thomas Norgall vom BUND-Landesverband. Bei der Aussaat müsse aber Wert auf die richtige Mischung aus regional heimischen Arten gelegt werden, um tatsächlich die Artenvielfalt und nicht neues Ungleichgewicht zu fördern.

So ziehe die violett blühende Phacelia zwar massenhaft Bienen an, doch könnten andere Insekten wenig mit ihr anfangen. Nötig sei generell eine Neuausrichtung der Agrarpolitik, um den Insektenschutz zu stärken, betonte der stellvertretende BUND-Landesvorsitzende.

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