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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Lufthansa-Flugbegleiter sagen Streiks vorerst ab

Bei der Lufthansa droht vorerst doch kein Streik der Flugbegleiter. Die Gewerkschaft Ufo brach am Montag nach eigenen Angaben ihre Vorbereitungen für den Arbeitskampf ab.

Noch am Sonntag hatte die Flugbegleitergewerkschaft Ufo einen verschärften Streik bei Europas größter Fluggesellschaft angekündigt. Das blieb scheinbar nicht ohne Wirkung. Lufthansa unternahm einen neuen Vorstoß zur Lösung des Tarifkonflikts - auch das offenbar mit Erfolg. "Wir sind mit einer Lösungsinitiative auf die Ufo zugegangen", sagte eine Lufthansa-Sprecherin am Montag.

Ursprünglich hatte die Ufo am Mittwoch einen neuerlichen ausgeweiteten Streik ankündigen wollen. Zum Inhalt der neuerlichen Annäherung machten beide Seiten keine Angaben, da noch Details ungeklärt seien.

Ringen um Mediation, Schlichtung und tariffremde Fragen

Die vorerst letzten Gespräche waren an der Frage gescheitert, ob man die Mediation tariffremder Fragen einer Schlichtung vorschalten sollte. Die Ufo hatte die von Lufthansa für das gesamte Verfahren verlangte Friedenspflicht nicht akzeptiert. Die Lufthansa wollte andererseits den Einstieg in die Schlichtung nicht von einer einvernehmlichen Lösung in der Mediation abhängig machen.

Nun scheint ein sofortiger Einstieg in die Mediation möglich zu sein. Der Lufthansa-Konzern bot der Ufo zudem mehrere Verhandlungstermine zu tariflichen Fragen für diese Woche an.

Bislang 2.000 Flüge ausgefallen

Offizieller Streikgrund sind Regelungen zur Teilzeit für Kabinenbeschäftigte, die laut Ufo unerfüllt sind. Germanwings hatte den Beschäftigten die Teilzeitregelungen der Lufthansa angeboten. Ufo lehnte aber ab, weil sie eigene Tarifregelungen zur Teilzeit will. Für die Lufthansa lange Zeit strittig war aber auch, ob Ufo überhaupt die Interessen der Flugbegleiter vertreten darf.

In dem Konflikt hat Ufo seit Oktober bereits drei Streikwellen bei Flugbetrieben des Lufthansa-Konzerns veranstaltet. Rund 2.000 Flüge fielen bislang aus.

Am Donnerstag war zunächst der insgesamt dritte Versuch gescheitert, in dem festgefahrenen Tarifkonflikt zwischen dem Konzern und den Flugbegleitern in eine Schlichtung mit zusätzlicher Mediation zu tariffremden Fragen einzusteigen. Als Schlichter sollen Ex-SPD-Ministerpräsident Matthias Platzeck und der frühere Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, agieren. Sie waren auch schon an den Anbahnungsgesprächen beteiligt.

Sendung: hr-iNFO, 20.01.2020, 15.20 Uhr