Erdkabel für Stromtrassen, Protestbanner gegen Suedlink auf Strohballen
Die geplante Erdkabel-Trasse sorgt weiter für Widerstand. Bild © picture-alliance/dpa

Sie soll Strom aus dem Norden in den Süden bringen und auch durch den Werra-Meißner-Kreis führen - die umstrittene Stromautobahn Suedlink. Nun liegen die Planungsunterlagen öffentlich aus, Bürger und Kommunen können Einwände erheben.

Vor rund anderthalb Monaten war die Enttäuschung bei einigen Politikern in Nordhessen groß: Im Februar gab der Trassen-Bauer Tennet bekannt, wo genau die umstrittene Stromautobahn Südlink entlang laufen soll: In Hessen trifft es den Werra-Meißner-Kreis. Seit Montag können sich die betroffenen Kommunen und Bürger dagegen zur Wehr setzen.

Frist für Einwände läuft bis 7. Juni

Die Bundesnetzagentur in Bonn nimmt über acht Wochen lang Beschwerden gegen den geplanten Trassenverlauf entgegen. Die Frist läuft bis zum 7. Juni. Vorgesehen ist, dass die Trasse im Werra-Meißner-Kreis von Witzenhausen über Bad Sooden-Allendorf, Wehretal und Ringgau in Richtung Eisenach führt. Die genauen Pläne für Südlink liegen in der Kreisverwaltung Kassel und Eschwege aus.

Die Grafik zeigt eine Karte, auf welcher ein möglicher Trassenverkauf in Nordhessen eingezeichnet ist.
Bild © hessenschau.de

Mithilfe der Trasse soll Strom aus dem Norden in den Süden Deutschlands transportiert werden - in der Regel über unterirdische Kabel. Politiker und Naturschützer sorgen sich um die lokale Wirtschaft und die Umwelt. Auch viele Anwohner im Werra-Meißner-Kreis sind skeptisch. Sie halten die Stromautobahn energiepolitisch für überflüssig und befürchten einen großen Eingriff in die Natur- und Wasserschutzgebiete.

Netzagentur will bis Jahresende entscheiden

Widerstand gegen den Trassenverlauf kündigte unter anderem der Bürgermeister von Bad Sooden-Allendorf, Frank Hix (CDU), an. Die geplante Strecke würde an einem Wohngebiet vorbeiführen, durch ein Waldstück und durch Ackerland. Das wolle er verhindern. Kommunalpolitiker im Kreistag verabschiedeten eine Resolution gegen Südlink und riefen auch die Bürger auf, Argumente gegen die Stromtrasse vorzulegen.

Die Bundesnetzagentur entscheidet voraussichtlich bis zum Ende des Jahres über den genauen Verlauf der Erdkabel-Trasse. Baubeginn soll 2021 sein.

Sendung: hr3, 08.04.2019, 9.00 Uhr