Zentrale und Logo der Deutschen Bank spiegeln sich in einer Glasfassade im Frankfurter Bankenviertel.

18.000 Stellen weltweit will die Deutsche Bank abbauen. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass 9.000 davon in Deutschland wegfallen sollen. Ein Verdi-Vertreter sagt jedoch, die Verhandlungen hätten hierzulande noch gar nicht begonnen.

Die Deutsche Bank will einem Bericht zufolge bei ihrem geplanten Stellenabbau im großen Stil in Deutschland Jobs streichen. Von den 18.000 Stellen, die die Bank weltweit abbauen will, solle rund die Hälfte auf Deutschland entfallen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Die Deutsche Bank erklärte, es sei zu früh, sich zu Details zu äußern. Auf hr-Anfrage hieß es: "Dort, wo es zu einem Abbau von Arbeitsplätzen kommen wird, werden wir direkt mit unseren Mitarbeitern über ihre Arbeitsplätze und die ihnen zur Verfügung stehenden Alternativen sprechen."

Damit ist auch noch unklar, in welchem Ausmaß der mögliche Abbau die Zentrale in Frankfurt betreffen oder sich auf die Fläche verteilen würde. Die Großbank setzt laut Bloomberg etwa auf Einsparungen in ihrem Privatkundengeschäft, um die Kosten zu senken.

Verdi: Verhandlungen noch nicht angefangen

Jan Duscheck, der die Gewerkschaft Verdi im Aufsichtsrat der Bank vertritt, konnte die Zahlen am Dienstag nicht bestätigen. Seines Wissens nach hätten die Verhandlungen rund um den Stellenabbau in Deutschland noch gar nicht angefangen, sagte er dem hr.

Hinzu komme: "Es ist in Deutschland auch nicht so einfach, Stellen zu streichen, da für den Großteil der Mitarbeiter der Bank in Deutschland die nächsten Jahre ein Kündigungsschutz gilt."

Zuletzt 41.700 Vollzeitkräfte in Deutschland

Ende 2018 zählte die Deutsche Bank gut 91.700 Vollzeitkräfte weltweit, davon waren rund 41.700 in Deutschland beschäftigt. Bis 2022 sollen noch etwa 74.000 Jobs übrig bleiben.

Manager hatten erklärt, dass ein großer Teil der Stellenstreichungen in Deutschland stattfinden wird, schweigen aber zu Details. Konzernchef Christian Sewing hatte gesagt, dass der Stellenabbau ohne betriebsbedingte Kündigungen vonstatten gehen soll. Auch in London, wo die Deutsche Bank einen großen Standort unterhält, dürfte es zu einem größeren Arbeitsplatzabbau kommen.

Sendung: hr1, 8.10.2019, 14 Uhr