Betonwerk in Babenhausen

Hightech in der südhessischen Provinz: Ein IT-Konzern aus den USA will in Babenhausen auf 20.000 Quadratmetern eine Serverfarm hochziehen. Jetzt hat die Stadt den Weg für das Projekt frei gemacht.

Videobeitrag

Video

zum Video Babenhausen soll neues Rechenzentrum erhalten

hsk
Ende des Videobeitrags

Das geplante Großrechenzentrum in Babenhausen (Darmstadt-Dieburg) hat die erste Hürde genommen. Die Stadtverordneten beschlossen am Donnerstagabend ohne Gegenstimme die Aufstellung des Bebauungsplans. "Damit ist der Weg frei geworden, mit moderner Technologie an einer nicht ganz einfachen Stelle eine großartige Entwicklung für Babenhausen anzustoßen", sagte Bürgermeister Joachim Knoke (SPD) dem hr. Babenhausen habe sich damit "zukunftsorientiert aufgestellt".

Investor plant riesige Serverfarm

Rund 300 Millionen Euro will ein amerikanischer IT-Konzern investieren. Entstehen soll das Rechenzentrum auf einem fünf Hektar großen Gelände an der B26. Dieses Grundstück hat der Investor bereits gekauft. Dort soll auf einer Grundfläche von 20.000 Quadratmetern die Serverfarm entstehen.

22 Meter hoch soll das Gebäude werden, abgeschirmt durch eine 27,5 Meter hohe Lärmschutzfassade. Entwürfe, wie das Rechenzentrum selbst aussehen soll, sind nicht bekannt.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Joachim Knoke: "Wir können alle stolz und glücklich sein"

Joachim Knoke (SPD), Bürgermeister Babenhausen
Ende des Audiobeitrags

Die Nähe zum weltweit größten Internetknoten De-Cix in Frankfurt ist praktisch, wie die mit dem Vorhaben betraute Frankfurter Planungsgesellschaft TTSP HWP dem hr mitteilte. Zudem verfüge Babenhausen über eine stabile Stromversorgung, die essenziell für ein Rechenzentrum sei.

Stellenverlust von Continental kann nicht ausgegleichen werden

Durch den Neubau soll die Brache des ehemaligen Betonwerks Hauck & Nöth verschwinden. Bürgermeister Knoke erwartet eine Aufwertung seiner Stadt am Ortsausgang nach Aschaffenburg hin. Auch den Zuzug von IT-Profis und eine breitere Datenautobahn nach Babenhausen sollen die südhessische Kommune vorwärts bringen.

Ein positives Signal, muss Babenhausen doch den drohenden Stellenabbau bei Continental verkraften. Der seit langem in Babenhausen ansässige Autozulieferer will dort rund die Hälfte der 3.600 Arbeitsplätze streichen. In dem geplanten Rechenzentrum sollen einmal bis zu 120 Menschen arbeiten.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 07.05.2020, 16.45 Uhr