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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Das sind Alternativen zu Trinkhalmen, To-go-Bechern und Wattestäbchen

Nachhaltig: Trinkhalme aus Glas

Zum Schutz der Umwelt werden viele Einweg-Plastikprodukte verboten. Das sind die nachhaltigen Alternativen für Trinkhalme aus Plastik, Einweg-Geschirr und Take-Away-Boxen. Tipps von der Verbraucherzentrale Hessen und einem Unverpackt-Laden.

Es ist so praktisch, aber auch so schlecht für die Umwelt. Schnell mal einen Kaffee-to-go trinken oder Nudeln in der Styropor-Box liefern lassen und danach wegwerfen. Oft landen die Verpackungen allerdings auch nicht im Mülleimer, sondern auf der Straße, an der Uferböschung und letztlich im Meer.

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Eine genaue Übersicht aller Plastik-Produkte, die ab 3. Juli verboten sind beziehungsweise gekennzeichnet werden müssen, finden Sie hier.

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Laut Bundesregierung bestehen inzwischen rund 85 Prozent des Meeresmülls aus Kunststoffen. Um das zu ändern, sind viele Einweg-Plastik-Produkte ab 3. Juli verboten - in der ganzen EU und natürlich auch in Hessen.

Wir haben bei der Verbraucherzentrale Hessen und einem Unverpackt-Laden in Frankfurt nachgefragt, welche Alternativen es zu den nun verbotenen Einweg-Produkten gibt.

Alternativen zu Plastik-Trinkhalmen

Christina Schwab vom Unverpackt-Laden Die Auffüllerei mit einem Strohhalm

"Man kann Trinkhalme aus Stroh herstellen, ich habe auch schon welche aus Nudeln gesehen", sagt Christina Schwab, eine der Geschäftsführerinnen des nachhaltigen Unverpackt-Ladens Die Auffüllerei in Frankfurt: "Für mich ist Glas aber die beste Lösung, weil es einfach geschmacksneutral ist."

Auch Wiebke Franz von der Verbraucherzentrale Hessen empfiehlt Trinkhalme aus Glas, aus Metall oder aus Silikon. Die seien langlebig, da man sie mit einer kleinen Bürste reinigen könne. Von Trinkhalmen aus Stroh oder Grashalmen rät sie eher ab: "Es kann sein, dass sie durch Schimmelpilzgifte verunreinigt sind." Unproblematisch seien dicke, ungekochte Nudeln, wie Maccheroni, die einen großen Hohlraum haben. Eine weitere Alternative hat die Stiftung Warentest getestet: Trinkhalme, die man nach dem Schlürfen essen kann. Fazit: Die aus Getreide sind am Stabilsten, die aus Zucker eher weniger.

Alternativen zu Plastik-Besteck

Wer sein Take-Away-Essen gerne im Park isst, für den ist die naheliegende Alternative, sich sein eigenes Besteck von Zuhause mitzunehmen. "Man muss aber halt auch dran denken", sagt Wiebke Franz von der Verbraucherzentrale Hessen. Sie empfiehlt Klapp-Besteck aus Metall.

Auch Christina Schwab verkauft in ihrem Laden gerne solche Klapp-Gabeln, -Messer und -Löffel. Beide Expertinnen sind überzeugt: Verpackt in einem kleinen Beutelchen, kann man sie immer im Rucksack oder der Handtasche dabei haben. Aus Sicht der Verbraucherzentrale ist auch Kunststoff-Besteck aus Polypropylen eine Alternative zur Plastik-Gabel, da es sehr langlebig ist. Problematisch könne Besteck aus Holz sein, da es schwierig sei zu beurteilen, woher das Holz komme.

Alternativen zu Take-Away-Boxen und Bechern aus Styropor

Sandra Schwarz vom Gewerbeverein Michelstadt setzt auf wiederverwendbare Boxen

Eine Idee, wie Essen und Trinken ohne Einweg-Plastik angeboten werden kann, kommt aus Michelstadt (Odenwald). Der Gewerbeverein will ab dem 13. Juli ein Mehrweg-Pfandsystem einführen. Nach dem Essen können die Kundinnen und Kunden wiederverwendbare Take-Away-Boxen und Coffee-to-go-Becher einfach in den rund 20 teilnehmenden Gastronomien zurückgeben.

Die Firma Koziol aus Erbach stellt die Behältnisse aus Kunststoff und Zellulose für das Pfandsystem zur Verfügung. Die im Odenwald produzierende Firma gibt an, dass die Boxen und Becher melaminfrei und BPA-frei sind. Nach mehreren hundert Essen sollen die Boxen recycelt werden.

Wiebke Franz von der Verbraucherzentrale empfiehlt als Alternativen zu Verpackungen aus Styropor Mehrwegboxen aus Metall, Glas oder dem Kunststoff Polypropylen. Sie seien unbedenklich und stabil. "Die Herstellung verbraucht zwar auch Energie-Ressourcen, diese Produkte sind aber wirklich sehr langlebig."

Take-Away-Boxen und Becher aus Pappe empfiehlt sie nur eingeschränkt, da man nicht immer wisse, wo und wie das Holz für die Produktion gewonnen werde, ob zum Beispiel Urwald dafür abgeholzt werde. Als Alternativen zu Styropor-Bechern nennt sie Becher aus Glas, aus Edelstahl oder dem Kunststoff Polypropylen. Bei Glas sei eine bruchfeste Hülle empfehlenswert.

Alternativen zu Plastiktellern

Hier nennt die Verbraucherzentrale als umweltfreundlichste Alternative Mehrwegteller aus Porzellan oder dem Kunststoff Polypropylen. Weniger nachhaltig seien dagegen Einwegteller aus Bagasse, einem Pressrest, der bei der Herstellung von Rohrzucker übrigbleibt oder aus Palmblättern. Die Auswirkungen auf die Umwelt seien aber etwas geringer einzuschätzen als bei Papp-Tellern. Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale sind die nämlich ähnlich belastend für die Umwelt wie Plastikprodukte, da bei ihrer Produktion viel Energie, Chemikalien und Wasser eingesetzt werde. Auch hier gelte: Es sei nicht immer klar, woher das Holz für die Produktion stamme.

Alternativen zu Wattestäbchen aus Kunststoff

Alternative zum Wattestäbchen: die Ohrschlinge

Christina Schwab bietet in ihrem Frankfurter Unverpackt-Laden eine eher ungewöhnliche Alternative an: eine Ohrschlinge aus Edelstahl: "Das klingt ganz fürchterlich, aber damit schaben Sie Ihr Ohr aus." Im Prinzip sei das sogar besser als ein Wattestäbchen, weil Verunreinigungen nicht ins Ohr reingedrückt, sondern tatsächlich herausgeholt werden.

Nach dem Benutzen müsse die Ohrschlinge unter heißem Wasser abgespült werden. Sie halte ein Leben lang. Weil solche Ohr-Schlingen aber härter und weniger flexibel sind als Wattestäbchen, dürfen sie nicht in den Ohrkanal eingeführt werden. Das gleiche gilt laut Franz für Ohrstäbchen aus Silikon. Deshalb empfiehlt die Verbraucherzentrale, die Ohren mit lauwarmem Wasser und einem Waschlappen zu reinigen. "Wer sein Ohr tief im Ohrkanal reinigen möchte, der sollte zum Hals-Nasen-Ohrenarzt gehen", so Wiebke Franz.

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