Viele Menschen warten an einer Haltestelle auf einen Bus der Nummer 33.
U-Bahnen und Straßenbahnen bestreikt, S-Bahn gesperrt... Die Folge in Frankfurt am Mittwoch: überfüllte Busse. Bild © picture-alliance/dpa

Im Rhein-Main-Gebiet haben Warnstreiks zu massiven Behinderungen im Nahverkehr geführt. Vor allem in Frankfurt war der Berufsverkehr betroffen. Und der nächste Streik im öffentlichen Dienst ist schon angekündigt.

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Der Gewerkschafter zeigte sich am Mittwoch zufrieden: Die Streikziele seien voll erreicht, erklärte Verdi-Landesfachbereichsleiter Ronald Laubrock. Seit den frühen Morgenstunden waren U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen vielerorts in Hessen in ihren Depots geblieben. In Frankfurt etwa konnte keine einzige U- und Straßenbahn am Mittwoch fahren.

Verdi-Bundeschef Frank Bsirske kündigte währenddessen an, dass nach einer Osterpause ab dem 9. April weiter gestreikt werden soll - zwar nicht im Nahverkehr, aber bei Kitas, Flughäfen, Krankenhäusern und in der Abfallentsorgung. Ob und wie stark das Hessen betreffen wird, ist noch unklar.

Zudem ist der S-Bahn-Tunnel gesperrt

Bestreikt wurden am Mittwoch kommunale Unternehmen in Frankfurt, Wiesbaden, Offenbach und Fulda. Gravierend waren die Auswirkungen für Pendler: In Frankfurt sprach die städtische Nahverkehrsgesellschaft traffiQ von "großen Lücken im Nahverkehrsnetz". In der größten Stadt Hessens kam erschwerend hinzu: Der S-Bahn-Tunnel ist während der Osterferien wegen Bauarbeiten gesperrt.

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Der Busbetrieb laufe zwar normal, da die Fahrer nach einem anderen Tarif bezahlt werden. In einigen innerstädtischen Linien sei das Gedränge zur Stoßzeit am Morgen aber groß gewesen, sagte traffiQ-Sprecher Klaus Linek. Die Stimmung beschrieb er trotzdem als relativ entspannt - auch weil die Busse enger getaktet führen. "Die Leute wussten Bescheid und haben sich darauf eingestellt."

Alternativen: Taxi, Leihfahrrad, Bus - oder zu Fuß

Viele Menschen machten sich am Hauptbahnhof per Fuß auf den Weg, statt den Bus zu nehmen. So gab es am Morgen eine kleine Völkerwanderung in Richtung Innenstadt. Begehrt waren auch Leihfahrräder der verschiedenen Anbieter in der City. Die Taxi-Vereinigung berichtete von einem Arbeitsanfall, der etwa dem während einer großen Messe entspreche.

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S-Bahn-Tunnel dicht

Noch bis zum 9. April verkehren in Frankfurt keine S-Bahnen zwischen den Stationen Taunusanlage, Hauptwache, Konstablerwache, Ostendstraße und Lokalbahnhof. Grund sind Testfahrten wegen eines neuen elektronischen Stellwerks.

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Als wichtige Busverbindungen nannte die Frankfurter Verkehrsgesellschaft (VGF) auf einer Übersichtsseite zum Streik die Linien 30 und 36, die Sachsenhausen und Lokalbahnhof mit Konstablerwache, Westbahnhof und Bad Vilbel verbinden. Im Norden der Innenstadt schlügen die Linien 32 und 34 einen weiten Bogen vom Ost- zum Westbahnhof beziehungsweise von Bornheim in den Stadtteil Gallus. Vom Hauptbahnhof kommt man mit der Linie 64, die wegen der Tunnelsperrung häufiger fährt, in die Innenstadt.

Regionalzüge fahren planmäßig

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) verwies darauf, dass Regionalzüge und S-Bahnen planmäßig fahren, letztere allerdings nach Baustellenfahrplan. Mit ihnen ließen sich innenstadtnahe Stationen wie Hauptbahnhof, Westbahnhof, Ostbahnhof und Südbahnhof erreichen. "Am Hauptbahnhof war die Stimmung am Morgen ruhig und gelassen", sagte ein Sprecher des RMV.

Streik-Störungstafel
Die Frankfurter Verkehrsgesellschaft informiert auf ihren Anzeigetafeln über den Streik. Bild © Jakob Schaumann/hr

Weitere Informationen lieferten etwa die Internetseiten der Verkehrsbetriebe, ihre Kanäle in den sozialen Medien oder das rund um die Uhr besetzte Servicetelefon des RMV unter 069/24248024.

Behinderungen auch in Wiesbaden und Offenbach

In Wiesbaden konnte am Mittwoch kein Bus des stadteigenen Betriebs ESWE das Depot verlassen, wie ein Sprecher sagte. Immerhin seien die Fahrgäste seit dem Wochenende informiert gewesen und hätten sich nach Alternativen umsehen können. In Offenbach kam es zu einer Aktion der Busfahrer am Morgen zwischen 4 und 7 Uhr, ab 8.30 Uhr lief der Verkehr nach städtischen Angaben wieder planmäßig.

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Warnstreiks starteten vergangene Woche

In der vergangenen Woche hatte Verdi eigenen Angaben zufolge ganztägig Dienststellen in mehreren Kommunen bestreikt, darunter waren auch Kitas und Verwaltungen. Verdi fordert für die 2,3 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Diensts in Kommunen und Ländern sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro.

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In Fulda demonstrierten nach Angaben des Beamtenbunds dbb mehrere hundert Beschäftigte. Immerhin: Schüler waren nicht betroffen: "Wir haben uns mit dem Mittwoch bewusst einen Tag in den Ferien ausgesucht, um die Schulkinder zu schonen", hatte Verdi-Landesfachbereichsleiter Ronald Laubrock am Freitag gesagt.

Gewerkschaften warten auf ein Angebot

Verdi will mit der Aktion Druck machen im Tarifstreit des öffentlichen Diensts bei Bund und Kommunen. Eine Gewerkschaftssprecherin sagte es gebe noch immer kein Angebot der Arbeitgeber vor der nächsten Verhandlungsrunde Mitte April. Daher werde es wohl weitere Aktionen geben.