Wartende an der Bus- und Straßenbahnhaltestelle Konstablerwache in Frankfurt.

Pendler brauchen weiter Zeit und gute Nerven: Die Fahrer privater Busunternehmen in Hessen wollen ihren Streik am Donnerstag ausweiten. In Darmstadt sollen sich etwa die Straßenbahnfahrer mit den Busfahrern solidarisieren.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Ende nicht in Sicht - Private Busfahrer streiken weiter

Streikende Busfahrer in Hanau.
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Verdi ruft am Donnerstag, dem dritten Tag des Streiks, auch Busfahrer in Wiesbaden, Hofheim und Kriftel auf, die Arbeit niederzulegen. Dasselbe gilt für das Unternehmen transdev Taunus mit Linien in Sulzbach und im Main-Taunus-Kreis. Außerdem sollen Straßenbahnfahrer in Darmstadt sich in Form eines 24-stündigen Solidaritätsstreiks anschließen, wie die Gewerkschaft am Mittwoch mitteilte.

Rund 3.100 Busfahrer hatten sich laut Verdi am Mittwoch in mehreren hessischen Städten an dem unbefristeten Ausstand beteiligt - darunter in Frankfurt, Darmstadt, Kassel und Fulda.

In Frankfurt sind nach Angaben der städtischen Verkehrsgesellschaft Traffiq 56 von 64 Buslinien bestreikt worden. In Darmstadt waren dem Verkehrsunternehmen HEAG zufolge erneut 16 von 28 Linien betroffen. Ausfälle gab es auch in der Stadt und im Kreis Offenbach. In Fulda fielen die Linien- und Schulbusse aus.

90 Prozent der Fahrer beteiligten sich am Ausstand

Mit dem Streik zeigte sich Verdi bislang zufrieden: "Die Busse standen weitgehend still, die Stimmung unter den Fahrern ist entschlossen", sagte Verhandlungsführer Jochen Koppel. Auch am Mittwoch streikten laut Verdi mehr als 90 Prozent der zum Ausstand aufgerufenen Fahrer. Allerdings zeigten sich örtlich auch Fahrer einsatzbereit, etwa in Schenklengsfeld (Bad Hersfeld) und in Schlüchtern (Main-Kinzig). Verdi bezeichnete sie als "Streikbrecher".

Der Gewerkschaft zufolge hatten bereits am Dienstag rund 3.100 Busfahrer die Arbeit niedergelegt, in zahlreichen Städten waren zehntausende Pendler betroffen.

Keine Bewegung im Tarifstreit

Die Gewerkschaft hat angekündigt, so lange weiter streiken zu wollen, bis ein besseres Angebot vorliege. Der Tarifkonflikt scheint damit festgefahren, denn auch der Landesverband Hessischer Omnibusunternehmer (LHO) zeigte sich zuletzt unnachgiebig: "Unser Angebot von Donnerstag liegt ja auf dem Tisch", sagte Geschäftsführer Volker Tuchan. Sein Verband fordert die Arbeitnehmerseite auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Tuchan sprach am Mittwoch von einer "sehr schwierigen Situation": "Wir liegen meilenweit auseinander. Das hat nichts mit normalen Tarifforderungen zu tun."

Verdi verlangt für die rund 4.400 Fahrer privater Busunternehmen kräftige Lohnsteigerungen sowie mehr bezahlte Pausen und Urlaub. So soll das Grundgehalt nach dem Willen der Gewerkschaft von jetzt 13,50 Euro auf 16,60 Euro die Stunde steigen. Der LHO hatte zuletzt angeboten, den Ecklohn in den kommenden vier Jahren auf 15,60 Euro pro Stunde zu erhöhen. Die fünfte Verhandlungsrunde am vergangenen Donnerstag war ergebnislos geblieben.

In Frankfurt gab es Ausfälle bei U- und Straßenbahnen

In Frankfurt fielen am Mittwoch wegen einer Betriebsversammlung der Verkehrsgesellschaft VGF zudem U-Bahnen und Straßenbahnen aus. Wie schon am Dienstag waren die Auswirkungen auch am zweiten Versammlungstag geringer als erwartet.

Sendung: hr-iNFO, 20.11.2019, 7:40 Uhr