Lufthansa Schalter

Nach den zweitägigen Streiks der Flugbegleiter bei der Lufthansa wollen beide Seiten verhandeln. Ob es bald neue Streiks gibt, will die Gewerkschaft Ufo am Montag verkünden.

Die Lufthansa (LH) und die Flugbegleitergewerkschaft Ufo wollen offenbar am Sonntag an einem geheimen Ort über eine mögliche Schlichtung des Tarifkonflikts beraten. Lufthansa und Ufo vereinbarten aber striktes Stillschweigen zu Details. Man brauche die Vertraulichkeit, um schwierige juristische Fragen auszuräumen, hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr im Vorfeld gesagt. "Wenn wir schlichten, muss das Ganze juristischen Halt haben." Die Lufthansa vollzieht mit den angepeilten Gesprächen eine Kehrtwende: Sie hatte über Monate dem Ufo-Vorstand die Vertretungsberechtigung abgesprochen und jegliche Verhandlungen abgelehnt.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Flugbetrieb normalisiert sich nach Streik

Gelbe Streikwesten der Gewerkschaft Ufo
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Ufo will am Montag verkünden, ob es neue Streiks gibt

Ufo hatte am Donnerstag und Freitag die Lufthansa-Kerngesellschaft bestreikt. Nach dem Ende des zweitägigen Streiks normalisierte sich der Flugplan am Samstag wieder. Die Gewerkschaft Ufo bewertete den Streik als "vollen Erfolg". Ufo-Sprecher Nicoley Baublies sagte, er hoffe, dass am Wochenende ein Vertrag für Schlichtungsgespräche unterschrieben werde. Zugleich drohte die Gewerkschaft vor dem Treffen erneut damit, die Streiks auf andere Lufthansa-Gesellschaften auszuweiten. Am Montag werde das weitere Vorgehen verkündet.

Bei der Lufthansa müsse "eine völlige Kehrtwende her", sagte Baublies. "Entweder wir haben eine Lösung oder wir werden eben verkünden, dass es eine massive Ausweitung geben muss." Nach Urabstimmungen ist Ufo auch bei vier Lufthansa-Töchtern streikbereit: bei Germanwings, Eurowings Deutschland, LufthansaCityLine und SunExpress Deutschland.

Eine Flugbegleiterin geht auf dem Flughafen in Frankfurt am Main zur Arbeit in die Lufthansa-Basis.

Lufthansa: "Vereinzelte Streichungen" noch am Samstag

Nach Angaben von Fraport gab es am Samstag "einige Flugausfälle", darunter seien rund 20 Flüge der Lufthansa gewesen. Am Samstag standen in Frankfurt insgesamt 1.200 Starts und Landungen auf dem Plan. Auch am Münchner Flughafen fielen einige Flüge aus. Zahlreiche Lufthansa-Flüge starteten oder landeten demnach zudem mit Verspätung. Eine Lufthansa-Sprecherin sprach von "vereinzelten Streichungen", ohne Zahlen zu nennen. Insgesamt strich die Lufthansa wegen des Streiks 1.500 Flüge und sprach von 200.000 betroffenen Passagieren.

Ufo fordert in dem Tarifkonflikt für die rund 21.000 Lufthansa-Flugbegleiter höhere Spesen und Zulagen sowie den besseren Zugang für Saisonkräfte in reguläre Anstellungsverhältnisse.