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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Verkauf von Pfungstädter Brauerei-Gelände perfekt

Ein Gabelstapler nimmt auf dem Gelände der Pfungstädter Brauerei in Pfungstadt (Kreis Darmstadt-Dieburg) eine Palette mit Bierkisten auf.

Der Kaufvertrag war bereits unterschrieben, nun haben auch die Gesellschafter zugestimmt: Die angeschlagene südhessischen Brauerei Pfungstädter darf ihr Firmengelände verkaufen.

Die 97 Gesellschafter der Pfungstädter Brauerei haben grünes Licht für den Verkauf des Firmengeländes gegeben. Sie hätten am Samstag dem vorliegenden Vertrag zugestimmt, teilte das Unternehmen am Montag mit.

"Wir wollen das bestmögliche Ergebnis für die Gläubiger und die Mitarbeiter erreichen", sagte eine Rechtsanwältin, die die Brauerei im Schutzschirmverfahren unterstützt. Zuletzt beschäftigte die Traditionsbrauerei in Pfungstadt (Darmstadt-Dieburg) nach eigenen Angaben rund 100 Mitarbeiter und war zu 40 Prozent ausgelastet.

Die schon vor der Corona-Krise finanziell angeschlagene Brauerei ist seit Juni im Schutzschirmverfahren, um eine drohende Zahlungsunfähigkeit abzuwenden. Über den Kaufpreis für das Gelände wurden keine Angaben gemacht.

Wohnungen und neue Brauerei geplant

Der Mannheimer Unternehmer Daniel Hopp und der Dossenheimer Projektentwickler Conceptaplan wollen der Mitteilung der Brauerei zufolge ein neues Stadtquartier mit Wohnungen errichten.

In Pfungstadt solle zudem ein Brauerei-Neubau errichtet und Pfungstädter Bier als regionale Marke gestärkt werden, sagte der Geschäftsführer der Brauerei, Stefan Seibold. Nähere Angaben wurden zunächst nicht gemacht. Hopp zufolge sollen 90 Prozent des 45.000 Quadratmeter großen Areals in Wohnbebauung umgewandelt werden, für die Brauerei sind maximal 5.000 Quadratmeter vorgesehen.

Traum von "modernster Brauerei der Welt" geplatzt

In der Vergangenheit hatte sich die Suche nach einem Käufer als schwierig erwiesen. Die Stadt hatte im Februar Verhandlungen mit einem potenziellen Investor auf Eis gelegt, der die "modernste Brauerei der Welt" angekündigt hatte. Es hatte zuvor Zweifel an der Seriosität seines Angebots gegeben. Der Plan war es, auf dem städtischen Gelände des 2014 geschlossenen Schwimmbades eine neue, moderne Brauerei zu bauen. Die alte sollte abgerissen und auf dem Gelände dann ein Wohn- und Stadtquartier errichtet werden.

Sendung: hr-iNFO, 10.08.2020, 14.30 Uhr