E-Tretroller in Frankfurt - ein Mann entsperrt einen von vier Rollern mit seinem Smartphone.

Sie sind klein, wendig und polarisieren: E-Roller. Seit vier Wochen fahren sie durch Frankfurt, seit Monaten wird über sie diskutiert. Wer hat recht behalten - besorgte Fußgängervertreter oder die Fans der elektrischen Flitzer? Eine erste Bilanz.

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hs
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Wie viele Roller gibt es bis jetzt?

Zusätzlich zu den privaten Scootern rollen durch Frankfurt laut der beiden Anbieter aktuell rund 1.000 Leihroller. Diese Zahl hat sich seit dem Start der Roller vor einem Monat schon etwa verdoppelt, beide Verleiher haben nach eigenen Angaben aufgestockt. Ab kommender Woche wird ein weiterer Anbieter 250 Roller verleihen. In Kürze wird dann noch ein viertes Unternehmen an den Start gehen. Im Rest von Hessen sind bis jetzt noch keine Verleiher unterwegs.

Gab es schon Unfälle?

In Frankfurt gab es bis jetzt zwei größere Vorfälle, zuletzt in der Nacht zum Montag: Zwei Betrunkene auf einem Roller waren gestürzt, die Fahrerin kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus. In einem anderen Fall hatte ein Rollerfahrer einen Fußgänger umgefahren und Fahrerflucht begangen, berichtet eine Polizeisprecherin. Insgesamt gehe es aber um eine "einstellige Zahl an Unfällen".

Auch in den Frankfurter Krankenhäusern sind bis jetzt kaum Roller-Verletzte eingeliefert worden, nur die Uni-Klinik bestätigt, dass es Fälle gab. Sie spricht aber von "kleinen Zahlen".

Kaum Verletzte – halten sich also alle an die Regeln?

Nicht unbedingt. Bei allgemeinen Verkehrskontrollen hat die Polizei schon mehrere Roller beschlagnahmt, die ohne Versicherung unterwegs waren. Deshalb gibt es seit dieser Woche auch gezielte Kontrollen. Die Beamten achten vor allem auf die Sicherheit der Roller, halten aber auch betrunkene Fahrer an oder ziehen Leute aus dem Verkehr, die zu mehreren auf einem Roller unterwegs sind.

Wer erwischt wird, zahlt: 70 Euro kostet es, wenn man einen E-Scooter ohne allgemeine Betriebserlaubnis fährt. Wer auf nicht zulässigen Verkehrsflächen unterwegs ist oder verbotenerweise nebeneinander fährt, muss 15 Euro zahlen - mit Behinderung eines anderen Verkehrsteilnehmers 20 Euro, mit Gefährdung 25 Euro, mit Sachbeschädigung 30 Euro.

Was tun die Anbieter für mehr Sicherheit?

In den Apps erscheinen rot schraffierte Sperrzonen wie die Zeil oder das Mainufer. Dort dürfen die Roller gar nicht oder nur mit verringerter Geschwindigkeit fahren. Zumindest einer der Anbieter drosselt die Roller in diesen Bereichen deshalb automatisch per GPS. Sobald das System erkennt, dass der Nutzer durch eine Sperrzone fährt, regelt der Roller seine Geschwindigkeit automatisch auf fünf Stundenkilometer herunter.

Wie werden die Roller angenommen?

Beide Verleiher geben an, inzwischen mehr Roller einzusetzen als noch zu Beginn. Gestiegen ist auch der Preis pro Minute. Der lag anfangs bei beiden Anbietern mit 15 Cent pro Minute, ist inzwischen aber auf 19 bzw. 20 Cent angestiegen. Dazu kommt noch der Grundpreis von einem Euro pro Fahrt. Eine 20-minütige Fahrt kann also schnell um die fünf Euro kosten.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 19.07.2019, 19.30 Uhr