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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Lufthansa und Ufo vereinbaren große Schlichtung

Eine Flugbegleiterin geht auf dem Flughafen in Frankfurt am Main zur Arbeit in die Lufthansa-Basis.

In ihrem langen Konflikt um Tarifleistungen und einen geregelten Umgang miteinander haben sich die Lufthansa und die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo auf das weitere Vorgehen geeinigt. Bis zum Ende der Schlichtung soll es keine Streiks geben.

Bei der Lufthansa und ihren Tochterunternehmen drohen vorerst keine weiteren Streiks der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo. Wie das Unternehmen und die Arbeitnehmervertreter am Freitagmorgen mitteilten, haben sich beiden Parteien auf einen dreigeteilten Weg zur Belegung ihrer mannigfachen Konflikte geeinigt: Mediation, Schlichtung, außergerichtliches Güteverfahren.

Kampf um höhere Spesen und Zulagen

In der sogenannten großen Schlichtung sollen alle offenen Tariffragen geklärt werden. Darin geht es unter anderem um eine Erhöhung der Spesen, höhere Zulagen für Purser (leitende Flugbegleiter), längere Aufenthalte am Zielort bei Korea- und Japan-Flügen, eine Einmalzahlung von 1.500 Euro.

Verhandelt werden sollen darin auch grundsätzliche Tarifbestimmungen für die Flugbegleiter im Lufthansa-Konzern. Bis zum Abschluss der wahrscheinlich monatelangen Schlichtung gilt eine Friedenspflicht. Der neue Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann und der stellvertrende Ufo-Vorsitzende Daniel Flohr zeigten sich sehr zufrieden mit der Vereinbarung.

Die Schlichtung soll von den bislang designierten Schlichtern Matthias Platzeck und Frank-Jürgen Weise geführt werden, die bereits an der langwierigen Anbahnung beteiligt waren. Für die beiden begleitenden Verfahren wurden weitere Experten berufen.

Es geht nun um Grundsätzliches

Parallel zur Schlichtung sollen in einer Mediation alle persönlichen Konflikte zwischen Ufo und Lufthansa aufgearbeitet werden. So soll es darin auch um Fragen des Umgangs miteinander gehen. Am Anfang des seit Monaten schwelenden Konflikts erkannte der Lufthansa-Vorstand zum Beispiel den Vertretungsanspruch von Ufo für die rund 22.000 Kabinenmitarbeiterinnen und -mitarbeitern gar nicht an.

Schließlich sollen mit Hilfe eines ehemaligen Richters alle rechtlichen Streitpunkte außergerichtlich geklärt werden. Dabei geht es unter anderem um die Kündigung von Nicoley Baublies, den ehemaligen Vorsitzenden des Gewerkschaftsvorstands.

2.000 Flüge ausgefallen

Im vergangenen Jahr hatten die Flugbegleiter in drei Streikwellen bei der Lufthansa und verschiedenen Tochtergesellschaften die Arbeit niedergelegt. Rund 2.000 Flüge fielen insgesamt aus. Eine weitere Streikandrohung ließen die Flugbegleiter erst in der vergangenen Woche fallen. Ufo-Vize Flohr sagte, Ziel von Mediation und Schlichtung sei es auch zu lernen, wie sich solche Konflikte in Zukunft vermeiden lassen.

Sendung: hr-iNFO, 31.01.2020, 9 Uhr