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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Keine neuen Streiks bei Lufthansa

Startende Lufthansa-Maschine, Lufthansa-Flieger am Boden am Flughafen

Passagiere der Lufthansa können aufatmen: Die Fluggesellschaft und die Kabinengewerkschaft Ufo haben sich auf eine Schlichtung geeinigt. Weitere Streiks sind damit vorerst vom Tisch.

Nach einem zweitägigen Streik und zähen Verhandlungen zwischen Lufthansa und der Gewerkschaft Ufo haben sich beide Seiten auf eine Schlichtung geeinigt. Das teilten sie am Dienstagnachmittag gemeinsam mit.

Die Schlichtung könne möglicherweise Monate dauern. Während dieser Zeit gelte eine Friedenspflicht, betont Lufthansa in ihrer Mitteilung - Streiks seien damit bis auf Weiteres ausgeschlossen.

Einigung in einigen Punkten

In den Gesprächen, die am Wochenende begonnen hatten, sei eine "weitreichende und umfassende Lösung" gefunden worden, teilte Ufo am Dienstag in Mörfelden-Walldorf mit. Beide Seiten einigten sich demnach auf eine Schlichtung bei Tarifthemen.

Vorab seien zudem "einige Punkte" bereits geklärt worden - so gebe es besondere Zahlungen an Einsteiger und fluguntaugliche Kollegen erhielten wieder den Betriebsrentnerstatus, erklärte die Gewerkschaft. Der Lufthansa-Konzern hat zudem nach eigenen Angaben den Arbeitsgerichtsprozess gestoppt, mit dem Ufo der Gewerkschaftsstatus aberkannt werden sollte.

Weitere Details wollen beide Seiten in einer gemeinsamen Pressekonferenz am kommenden Donnerstag bekannt geben. Da es nicht nur rein tarifvertragliche Probleme gebe, sei für "andere Punkte" ein paralleler, moderierter Verhandlungsprozess vereinbart worden, erklärte Ufo weiter. Hier gehe es etwa um einen Mitarbeiterfonds. 

Ufo hatte mit weiteren Streiks gedroht

Ufo hatte für den Fall des Scheiterns der Gespräche neue Streiks in verschiedenen Lufthansa-Flugbetrieben angedroht. In der vergangenen Woche hatte sie an zwei Tagen die Lufthansa-Kerngesellschaft bestreikt und so rund 1.500 Flüge verhindert. Die Gewerkschaft bewertete den Streik als "vollen Erfolg".

Ufo-Sprecher Nicoley Baublies hatte nach den Streiks gefordert, bei der Lufthansa müsse "eine völlige Kehrtwende her". Baublies sagte: "Entweder wir haben eine Lösung oder wir werden eben verkünden, dass es eine massive Ausweitung geben muss."

Mehr als nur Tarifkonflikt

In dem Tarifkonflikt geht es nur vordergründig um Spesen und Zulagen für die rund 21.000 Flugbegleiter der Lufthansa-Kerngesellschaft. Lufthansa hat die Ufo-Führung nach internen Führungskämpfen monatelang nicht anerkannt und zudem parallele Verhandlungen mit der Konkurrenz-Gewerkschaft Verdi aufgenommen. Es stellt sich nun immer noch die Frage, welche Gewerkschaft künftig die Tarifverträge für die Flugbegleiter aushandelt und unterzeichnet.

Lufthansa hatte angekündigt, neben der Ufo auch mit Verdi und der erst am Montag gegründeten "Cabin Union" zu sprechen. Laut einer Ufo-Mitteilung werden Verdis Rechte als Minderheitsgewerkschaft geschützt. Verdi könne sich in die Prozesse einbringen, erklärte das Unternehmen.

Nach dem Grundsatz der Tarifeinheit soll in einem Betrieb eigentlich die mitgliederstärkste Gewerkschaft die Tarifbedingungen vereinbaren. Ufo nimmt für sich in Anspruch, mehr als die Hälfte der Lufthansa-Flugbegleiter zu vertreten. Ausgezählt worden sind die Mehrheitsverhältnisse bislang aber nicht.

Sendung: hr-iNFO, 12.11.2019, 18 Uhr