Aufschrift an einem Laden, der Masken zum Schutz vor Coronaviren verkauft

Woher bekommt man eine Anti-Corona-Maske, wenn sie überall ausverkauft ist? Die Verbraucherschutzzentrale gibt Tipps für den Einkauf im Internet und nennt angemessene Preise.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Das Geschäft mit Corona-Masken

Masken zum Schutz vor Coronaviren
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Frank Seckler aus Hochheim (Main-Taunus) wollte sich mit Mund-Nase-Masken eindecken, die seit Montag zur Eindämmung der Corona-Pandemie beim Einkauf und beim Bus- und Bahnfahren in Hessen vorgeschrieben sind. Beim Online-Shop Bettersafe24.de wurden jeweils zehn Stück für knapp 50 Euro angeboten. "Da stand, das Rabattangebot gelte nur noch 20 Minuten. Ich hatte das Gefühl, ich müsse sofort zuschlagen", erzählt Seckler. Da sei auch ein Countdown gelaufen.

Als der ablief, passierte: nichts. Das Angebot war immer noch da. Der Hochheimer besuchte die Webseite mehrmals - jedes Mal dasselbe Spiel. Seckler fühlte sich über den Tisch gezogen. Er sagt: "Da nutzt ein Unternehmer die Angst der Kunden aus und setzt sie zusätzlich unter Druck."

Verschiedene Masken - und ihr Schutzfaktor

Aus Interesse bestellte Frank Seckler das Paket mit den zehn Masken dennoch. "Angekommen sind die bei mir nie", berichtet er. Den Kaufpreis hatte er bereits mit Paypal überwiesen. Immerhin bekam er sie dank des Käuferschutzes zurück. (Siehe auch: Anm. d. Red. unter dem Beitrag.)

Bei Online-Shops erst ins Impressum schauen

Die Verbraucherzentrale Hessen mahnte den Onlineshop daraufhin ab. Der Händler werbe zu aggressiv, dazu habe die Werbung zu viele Bezüge zur Corona-Pandemie, findet Kai-Oliver Kruske, Jurist bei dem Verbraucherschutzverein: "Aussagen wie 'Schützen Sie sich vor dem tödlichen Virus' sind deplatziert auf den Seiten eines solchen Shops." Mit der Corona-Angst mancher Leute solle hier das Geschäft angekurbelt werden.

Wer in einem Online-Shop Masken kaufen will, dem empfiehlt Kruske grundsätzlich, vorher ins Impressum zu schauen. Dort sollte eine Telefonnummer oder eine E-Mail-Adresse stehen, damit Verbraucher den Anbieter im Zweifelsfall schnell erreichen können. "Ist nur ein Postfach in Hongkong angegeben, könnte das schwierig werden", sagt Kruske.

Besser nicht per Vorkasse zahlen

Zahlen sollten Verbraucher keinesfalls per Vorkasse, mahnt der Verbraucherschützer: "Dann kann es passieren, dass sie keine Ware bekommen, aber das Geld trotzdem weg ist." Deutlich besser ist es laut Kruske, sich eine Rechnung schicken zu lassen oder per Lastschrift zu zahlen. Auch Paypal biete sich an, weil dort ein Käuferschutz integriert sei.

Die Preise gerade für medizinische Schutzmasken seien in den vergangenen Wochen durch die Decke gegangen, berichtet der Verbraucherschützer: "Zum Teil haben Anbieter für eine Maske bis zu 30 Euro verlangt." Die Preise folgten schlicht der gesteigerten Nachfrage. Für Stoffmasken, sogenannte Alltagsmasken, hält Kruske vier bis 20 Euro für vertretbar - abhängig davon, wer die Maske angefertigt hat.

"Ob gerade medizinische Schutzmasken die erforderlichen Qualitätsstandards erfüllen, darüber kann man bei Internetangeboten nie wirklich sicher sein", warnt Kruske. Besser ist es seiner Ansicht nach, sich vor Ort etwa in Apotheken, Drogerien, Supermärkten oder Discountern umzusehen.

Allerdings sind Masken vielerorts Mangelware. So heißt es bei der Drogeriekette dm zwar, dass man als Service für die Kunden am Eingang der Filiale einen einfachen Mund-Nasen-Schutz für einen Euro anbiete, solange der Vorrat reiche. Aber, so sagt dm-Geschäftsführer Christoph Werner: "Ein regulärer Verkauf von Mundschutzmasken kann in der derzeitigen Ausnahmesituation nicht gewährleistet werden." Die Nachfrage weltweit sei sehr groß. Bisher habe man diese Masken aus Frankreich bekommen, doch dort gebe es einen Exportstopp.

Masken zum Selbstkostenpreis bei Aldi

Die Discounterkette Aldi Süd bietet vom kommenden Donnerstag an Einweg-Masken im Zehner-Set an - für knapp sieben Euro. Das entspreche dem Selbstkostenpreis, teilte Aldi Süd mit. Das Angebot will die Discounterkette nicht bewerben, um Schlangenbildungen vor den Filialen zu vermeiden. Kunden dürften höchstens zwei Packungen auf einmal kaufen. Trotzdem rechnet Aldi Süd damit, dass das Produkt sehr schnell vergriffen sein könnte.

Die Supermarktkette Rewe teilte auf hr-Anfrage mit: "Wir statten zunächst unsere Mitarbeiter mit Mund-Nasen-Schutz oder Gesichtsvisieren aus. Ob und wie wir unserem Kunden entsprechende Produkte anbieten können, ist derzeit noch in Prüfung."

Frank Seckler aus Hochheim muss keine Masken mehr kaufen, wie er berichtet: "Meine Mutter näht fleißig und hat mittlerweile die ganze Familie mit Masken versorgt."

Anm. d. Red.: Nach unserer Berichterstattung erfolgte ein erneuter Versand der Masken. Diese sind bei Frank Seckler angekommen. Beim ersten Versuch seien die Masken auf dem Postweg verloren gegangen, teilt das Unternehmen Bettersafe24.de mit.

Sendung: hr-iNFO, 23.04.2020, 15.40 Uhr