SumO-Roboter

Eine Woche lang misst sich das Rhein-Main-Gebiet mit dem Silicon Valley: Auf der Webweek im November zeigen Webentwickler, Aktivisten und Bastler ihre Ideen. Im Mittelpunkt steht das Lernen voneinander - wer etwas zu vermitteln hat, kann jetzt mitmachen.

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zum Video Webweek Rhein-Main - eine Minute Vorschau mit dem Macher

Roman Keßler, Veranstalter der Webweek Rhein-Main
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Kleine Roboter, nicht größer als ein Sandkastenbagger, aber sie sind Sumo-Ringer - und sie haben eine Mission. Ein batteriebetriebener Elektromotor treibt sie an; mit zwei Ultraschallsensoren blicken sie in die Welt - und halten Ausschau nach dem Gegner, den sie aus dem Ring schubsen sollen; wie bei den Sumo-Ringkämpfen der Menschen. Körperlich sind sie alle gleich - in der Strategie, im Algorithmus, liegt der Schlüssel zum Sieg.

Im Team gemeinsam ein Produkt so weit entwickeln, dass es gegen die Konkurrenz bestehen kann - beim Roboter-Sumo soll man etwas lernen, das nicht nur Webentwickler täglich bei der Arbeit brauchen: agil zusammenarbeiten. "Agil" - einer dieser Modebegriffe, die nicht nur in Internet-Startups immer häufiger durch die Luft schwirren. Auf der Webweek kann man sich ihm in Ruhe nähern.

Sonntags in die Hacker School

Die Webweek ist aber keine reine Job-Veranstaltung. Sonntag ist Kindertag, an dem junge Besucherinnen und Besucher in der "Hacker School" programmieren lernen können. In den vergangenen beiden Jahren waren es vor allem die Bastler, die Kinder und Jugendliche angezogen und fasziniert haben.

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Die Webweek Rhein-Main

findet vom 4. bis 10. November an verschiedenen Orten im Rhein Rhein-Main-Gebiet statt, in diesem Jahr zum dritten Mal. Die von Sponsoren getragenen Veranstaltungen sind in der Regel kostenlos; die Tagesveranstaltung "Agile Konferenz" erfordert ein Ticket. Schirmherrin der Webweek ist die hessische Digitalministerin Kristina Sinemus.

Wer ein Thema rund um digitale Technologie präsentieren möchte, kann sich noch bis zum 22.9.2019 bewerben. Insgesamt werden rund 60 Veranstaltungen erwartet.

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Rund 10.000 Besucherinnen und Besucher hat die Webweek letztes Jahr laut Veranstaltern angelockt. Es treffen sich Gleichgesinnte zum Erfahrungsaustausch - etwa über die Web-Programmiersprache PHP oder das aufstrebende Gebiet der Künstlichen Intelligenz, oder Blockchain-Projekte aus der Bankenwelt.

Zu all diesen und vielen anderen Internet-Themen gibt es im Rhein-Main-Gebiet "Usergroups", also Treffen von Experten - die Webweek will es erleichtern, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. "Wir wollen, dass die Menschen sich vernetzen", sagt Webweek-Organisator Roman Keßler, und eine Woche mit knappen, unterhaltsamen Veranstaltungen hat sich dafür bewährt, weil es so viel leichter ist, einfach mal vorbeizuschauen. Mit 60 Veranstaltungen rechnen die Macher in diesem Jahr - verteilt auf neun Standorte im ganzen Rhein-Main-Gebiet; neben Frankfurt, Darmstadt und Offenbach sind über Aschaffenburg, Mainz und Heidelberg sogar alle an Südhessen angrenzenden Nachbarländer vertreten.

Agil ist kein Buzzword!

Wofür steht die Webweek? Veranstalter Roman Keßler, selbst zuletzt im Finanzsektor beschäftigt, nennt als einen Höhepunkt die Agile Konferenz. Agilität wird von immer mehr Unternehmen zum Leitbild ausgerufen - aber mit vielen Vorurteilen und falschen Vorstellungen verbunden: "Agil heißt ja nicht: nur noch von zuhause arbeiten, auch nicht: es ist alles super flexibel, und es gibt keine Hierarchien", erklärt Keßler.

Der Kern liege darin, Menschen nach ihren Fähigkeiten und Vorlieben einzusetzen - und starre Rituale abzubauen. Was sich genau hinter dem Leitbild der Agilität verbirgt: Am Donnerstag, 7. November können sich die Teilnehmer von erfahrenen Experten damit vertraut machen lassen. Etwa aus Firmen wie DB-Systel, die auf "Pizza-Teams" umgestellt haben - Gruppen, die nur so groß werden sollen, dass sie von einer Familienpizza satt werden würden. Die Agile Konferenz ist eine Fortbildungsveranstaltung - mit Teilnahmezertifikat zum Abschluss.

Nicht Berlin. Besser.

Berlin hat die re:publica, München die DLD, Köln die dmexco. Das Rhein-Main-Gebiet hat seit 2017 die Webweek. Die ist, verglichen mit den anderen Digital-Konferenzen, noch klein - das Potenzial ist groß. Die Vorstellung, Startup- und Internet-Kultur gebe es nur in Berlin, ist für Keßler jedenfalls ein Irrtum.

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zur Bildergalerie Eindrücke von der webweek Rhein-Main 2018

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Das Rhein-Main-Gebiet ist digital in vielerlei Hinsicht konkurrenzlos: Es hat mit Frankfurt nicht nur den Ort, der den zentralen Internet-Knotenpunkt DE-CiX beherbergt, sondern auch den Schwerpunkt der Fintech-Szene, der Finanz-Startups. Und Darmstadt ist nicht nur schwergewichtiger Hochschul-Standort, sondern auch das deutsche Zentrum für Cybersicherheit.

6,5 Millionen Menschen leben und arbeiten hier - In zwei Jahren, sagt Roman Keßler, soll die Webweek in einem Atemzug mit der re:publica genannt werden.