Riederwaldtunnel Frankfurt

Eine mehr als 30-jährige Odyssee steht vor dem Ende: Dem Bau des jahrzehntelang umstrittenen Riederwaldtunnels im Osten Frankfurts steht nun auch aus juristischer Sicht nichts mehr im Weg. Bis die Bagger rollen, dauert es aber noch.

Auch zwei Wochen nach Ablauf der Klagefrist sind beim Verwaltungsgericht keine Klagen gegen den geplanten Bau des Frankfurter Riederwaldtunnels eingegangen. Das bestätigte ein Sprecher des hessischen Wirtschaftsministeriums am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. "Damit können wir von der Bestandskraft des Beschlusses ausgehen."

Als nächster Schritt werde die Ausführung des Tunnelbaus geplant. Der eigentliche Bau könne aus heutiger Sicht frühestens Ende 2021 beginnen. Eine Fertigstellung wird für 2029 angepeilt und damit stolze 45 Jahre nach den ersten Beratungen aus dem Jahr 1985.

Im Februar war der Planänderungsbeschluss zu dem Riesenprojekt nochmals ausgelegt worden. Zwei Wochen lang waren die Unterlagen dann einsehbar. Im Anschluss bestand die Möglichkeit, innerhalb von vier Wochen Klage gegen diesen Beschluss einzureichen.

Minister: "Unerträgliche Verkehrssituation"

Das neue Verfahren war überhaupt erst nötig geworden, weil der ursprüngliche Planfeststellungsbeschluss aus dem Jahr 2007 schon wieder überholt war. Neue Verkehrsprognosen sowie zahlreiche behördliche Stellungnahmen und private Einwendungen wurden in den überarbeiten Konzepten nun berücksichtigt.

Der Zweck des Großprojekts bleibt damals wie heute gleich: "Ziel ist es, die derzeit unerträgliche Verkehrssituation und die damit einhergehenden Luftschadstoff- und Lärmbelastungen vor allem an der Straße 'Am Erlenbruch' deutlich zu reduzieren", sagte Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) im vergangenen Dezember.

22.000 Autos täglich

Der Riederwaldtunnel im Osten Frankfurts soll die Lücke zwischen den Autobahnen A66 und A661 schließen und damit die angrenzenden Stadtteile Bornheim und Riederwald spürbar vom Durchgangsverkehr entlasten.

Rund 22.000 Autos bahnten sich bis zur Corona-Krise täglich ihren Weg durch die kleine, ramponierte Straße im Stadtteil Riederwald und sorgten für Dauerstau. Auch die Stadtteile Bornheim und Seckbach leiden am Durchgangsverkehr in Richtung der A66-Anschlussstelle in Bergen-Enkheim.

1.100 Meter Tunnel, 477 Millionen Euro

Trotz des insgesamt ansteigenden Verkehrsaufkommens aufgrund der Bevölkerungszunahme im Ballungsraum Frankfurt soll sich die Zahl der Autos etwa 'Am Erlenbruch' mit Fertigstellung des Tunnels bis zum Jahr 2030 auf 14.000 pro Tag reduzieren.

Die geplante Tunnellänge beträgt rund 1.100 Meter. Zwei Röhren sollen verbaut werden. Die gesamte Bauzeit wird nach der Prognose von Hessen Mobil rund acht Jahre betragen. Die Gesamtkosten für das Bundesprojekt belaufen sich demnach auf rund 477 Millionen Euro.