Wenige Menschen in einer Flughafenhalle

Die Auswirkungen des Coronavirus schlagen am Frankfurter Flughafen immer stärker durch. Die Passagierzahlen sind rückläufig, tausende Flüge wurden bereits gestrichen. Jetzt kommt das US-Einreiseverbot verschärfend hinzu.

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Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hat im Februar mit 4,4 Millionen Passagieren rund vier Prozent weniger Fluggäste als ein Jahr zuvor gezählt. Und die Tendenz ist eindeutig steigend.

In der letzten Februarwoche bis 1. März habe der Rückgang bereits 14,5 Prozent betragen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Frankfurt mit. "Diese negative Dynamik hat sich in der ersten Märzwoche sogar verstärkt."

23.000 Flüge gestrichen

Airlines wie die Lufthansa hatten schon Ende Januar alle Flüge nach China gestoppt. Seither strichen sie ihr Flugangebot weiter zusammen, Verbindungen nach Asien und inzwischen auch nach Italien und zu anderen europäischen Zielen wurden stark ausgedünnt. Der Lufthansa-Konzern hatte am Mittwoch angekündigt, bis zum 24. April weitere 23.000 Flüge streichen zu müssen. Üblicherweise fliegen die Gesellschaften des größten Luftverkehrskonzerns Europas im Schnitt gut 3.200 Flüge pro Tag.

Passagieren, die in den kommenden Tagen und Wochen Flüge antreten möchten, teilte die Airline mit, dass Verbindungen je nach Entwicklung auch kurzfristig annulliert werden könnten. Das Unternehmen sei in Kontakt zu Gesundheits- und Regierungsbehörden und passe seine Flugpläne regelmäßig an.

Lufthansa prüft Auswirkungen von US-Einreiseverbot

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport zählte im Februar auf innerdeutschen Strecken 10,8 Prozent weniger Passagiere als im Vorjahresmonat. Der Interkontinentalverkehr ging um 2,3 Prozent zurück. Zuwächse auf den Strecken nach Nordamerika und Nordafrika konnten das gekürzte Flugangebot in Richtung China und Asien nicht ausgleichen.

Für Fluggesellschaften erschwerend hinzu kommt nun, dass US-Präsident Donald Trump als Maßnahme gegen das Coronavirus einen Einreisestopp für Reisende aus Europa erlassen hat. EU-Bürger dürfen ab dem Wochenende 30 Tage lang nicht in die USA, wie das amerikanische Heimatschutzministerium mitteilte.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found USA machen Grenzen für Europäer dicht - Was bedeutet das für die Lufthansa?

Die Lufthansa will bis zum 9. Februar nicht mehr nach China fliegen.
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Die Lufthansa prüfte am Donnerstag die Folgen dieser Richtlinie. Es sei noch zu früh, konkrete Auswirkungen auf Flugplan und Betrieb zu nennen, sagte ein Unternehmenssprecher. Es sei aber klar, dass sich die Situation noch einmal verschlechtert habe und es zu weiteren Flugstreichungen kommen werde.

Condor noch an Bewertung des Einreisestopps

Flugzeuge des Lufthansa-Konzerns fliegen konzernweit 313 mal pro Woche in die USA, im Sommer 407 mal. Davon werden alleine 197 und im Sommer 237 Flüge von der Lufthansa direkt betrieben, aus Frankfurt und aus München.

Auch Condor prüfte die Auswirkungen des Einreisestopps am Donnerstag noch. Eine Bewertung stehe noch aus, sagte ein Sprecher. Condor fliegt derzeit dreimal pro Woche nach Las Vegas und dreimal nach Seattle. Der Sommerflugplan beginnt bei Condor erst am 1. Mai. Dann stehen deutlich mehr Verbindungen in die USA auf dem Programm.

Frachtverkehr eingebrochen

Die Routen über den Nordatlantik haben große Bedeutung für die Auslastung der Zubringerflüge aus ganz Europa zu den Drehkreuzen Frankfurt, München, Wien und Zürich. An den Flughäfen steht bereits eine wachsende Zahl nicht benötigter Jets.

Noch stärker als bei den Passagieren brach laut Fraport in Frankfurt das Geschäft mit der Luftfracht ein. Mit gut 146.100 Tonnen lag das Cargo-Volumen im Februar acht Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Der zusätzliche Tag im Schaltjahr habe die Virus-Folgen bei Weitem nicht ausgleichen können, hieß es.

Sendung: hr-iNFO, 12.03.2020, 9 Uhr