Weihnachtsmarkt Frankfurt
Der Frankfurter Weihnachtsbaum ist mit 30 Metern der größte Weihnachtsbaum Hessens. Bild © picture-alliance/dpa

Zu den Pyramiden im Dezember? Dann ab zum Weihnachtsmarkt! Mehr und mehr Fans des Budenzaubers im Lichterglanz nehmen dafür weite Wege auf sich. Die Städte profitieren von der neuen Hauptreisezeit im Advent.

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Mit dem Reisebus zum Weihnachtmarkt - vor 20 Jahren sei das kaum ein Thema gewesen, sagt Jürgen Fredrich, Geschäftsführer des Reisebüros Fredrich in Lohfelden bei Kassel: "Doch die Nachfrage hat sich unwahrscheinlich entwickelt und ist sprunghaft angestiegen."

Heute hat Fredrich zahlreiche Reisen zu vielen Weihnachtsmärkten im Angebot. Die beliebteste Ziele: Erfurt, der Harz, Michelstadt, Dortmund und Münster. Beliebt seien vor allem Tagestrips. Die Kundschaft ist gemischt: Während unter der Woche eher Senioren im Bus sitzen, sei das Publikum am Wochenende jünger.

1.500 deutsche Weihnachtsmärkte mit 85 Millionen Gäste

Auch große Reiseunternehmen setzen auf dieses Marktsegment: "Neben dem klassischen Weihnachtsshopping sind Weihnachtsmärkte in der Vorweihnachtszeit einer der Hauptgründe für eine Städtereise", erklärt Ulrike Bruns von Dertour-Städtereisen aus Frankfurt. Die Adventswochenenden würden in klassischen Weihnachtsmarkt-Städten wie Dresden, Nürnberg und Wien zu Hochsaisonpreisen verkauft. Laut Deutschem Tourismusverband besuchten vergangenes Jahr rund 85 Millionen Menschen die mehr als 1.500 deutschen Weihnachtsmärkte, viele davon kamen von außerhalb und aus dem Ausland.

Rund eine Million auswärtige Besucher in Frankfurt

Den boomenden Weihnachtsmarkt-Tourismus spüren auch hessische Städte: Die Zahl der ausländischen Gäste und Übernachtungen im Dezember stieg nach Auskunft der Frankfurter Tourismus + Congress GmbH in den vergangenen Jahren. Von den drei Millionen Besuchern seien zuletzt 15 Prozent aus dem Ausland und 20 Prozent aus über 50 Kilometern Entfernung angereist. Im Durchschnitt lasse ein Gast 170 Euro in Frankfurt, direkt auf dem Weihnachtsmarkt gebe er zwölf Euro aus.

Kasseler Märchenweihnachtsmarkt als Touristenmagnet

Die Weihnachtspyramide auf dem Weihnachtsmarkt in Kassel
Die Weihnachtspyramide auf dem Weihnachtsmarkt in Kassel. Bild © picture-alliance/dpa

"Der Kasseler Märchenweihnachtsmarkt ist seit Jahren ein Besuchermagnet", sagt ein Sprecher von Kassel Marketing. Regelmäßig kämen rund zwei Millionen Besucher. Bei einer Besucherbefragung 2016 hätten 26 Prozent der Interviewten angegeben, von außerhalb der Region zu kommen. Ihr Anteil stieg in den vergangenen zehn Jahren an.

Die meisten von ihnen sind Tagesgäste, jedoch notiert Kassel Marketing den Weihnachtsmarkt auch als wichtigen Anlass für eine Städtereise mit Übernachtung. Zusammen sorgen die Besucher demnach für einen touristischen Umsatz von 18 Millionen Euro.

Fulda ergänzte Angebot durch Mittelaltermarkt

Weihnachtsmarkt Fulda
Auf dem Fuldaer Universitätsplatz erwarten ab Freitag zahlreiche Buden die Besucher. Bild © Tourismus und Kongressmanagement Fulda

Kleiner, aber bei Touristen sehr beliebt, ist der Weihnachtsmarkt in Fulda: 2017 kamen in vier Wochen insgesamt eine halbe Million Besucher. Den Anteil an auswärtigen Besuchern beziffert ein Stadtsprecher auf etwa die Hälfte. Das habe deutlich zugenommen, seit die Stadt den Markt unter anderem durch einen Mittelaltermarkt aufgewertet habe. Von den zusätzlichen Besuchern profitierten alle, sagt der Stadtsprecher: Marktbeschicker, Einzelhändler, Gastronomie und Hotellerie.

Michelstadt sah sich als Opfer des Booms und baute um

Rathaus im Schnee mit Weihnachtsmarkt
Die Advents- und Weihnachtszeit lässt sich auf vielen schönen Märkten in Hessen genießen, wie hier in Michelstadt. Bild © Stadt Michelstadt

Schon auch negative Erfahrungen mit dem vorweihnachtlichen Tourismusboom gemacht hat das vergleichsweise kleine Michelstadt im Odenwald: Von bis zu 130 Reisebussen an einem Tag berichtet ein Stadtsprecher. Die 17.000-Einwohner-Kommune reagierte: Vor fünf Jahren habe man den Weihnachtsmarkt von 200 auf 100 Stände verkleinert. Seitdem sei er ruhiger und beschaulicher geworden, die angebotenen Waren hochwertiger. Das ziehe auch ein anderes Publikum an: "Mallorca-Busse" - also sehr partyfreudige Besucher - sehe man nun selten, sagt der Stadtsprecher.

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