Mehrgeschossiges, weißes Gebäude mit Bauzaun und Handwerkerauto daneben.

In Frankfurt-Höchst steht ein Unikat: von außen ein unscheinbarer Neubau, von innen ein Passivhaus. Das weltweit erste Krankenhaus-Gebäude seiner Art soll ab diesem Herbst genutzt werden.

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Gespräch bei hr4 mit Dr. Berthold Kaufmann vom Passivhaus Institut

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Acht Stockwerke hoch, mit Platz für knapp 700 Betten, zehn Operationssäle und einen Hubschrauber-Landeplatz: Der Neubau ist noch ganz frisch und unbezogen - aber das wird sich bald ändern. Das neu erbaute Passivhaus in Frankfurt-Höchst soll ab dem Herbst als Klinikum genutzt werden.

Damit ist es laut dem Passivhaus Institut aus Darmstadt das weltweit erste seiner Art. "Die sauberste Energie ist die, die gar nicht erst erzeugt werden muss", teilte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) mit. Bei der ersten Begehung mit dem Minister bekam der Klinikträger Varisano am Mittwoch das Passivhaus-Zertifikat verliehen.

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Was sind Passivhäuser?

Ein Passivhaus ist ein Baukonzept. Es ist ein Energiesparhaus, das laut Passivhaus Institut 90 Prozent weniger Heizwärme verbraucht als herkömmliche Gebäude. Dabei helfen eine Lüftungsanlage, besondere Fenster und eine spezielle Wärmedämmung unter anderem an Außenwänden und Dach. Da die Dämmung die Wärme gut im Haus hält, sind traditionelle Heizungen in Passivhäusern in der Regel nicht mehr nötig.

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Energiefresser Krankenhaus

24 Stunden am Stück, 365 Tage im Jahr: Krankenhäuser sind im Dauer-Betrieb und damit wahre Energie-Fresser. Notaufnahme, technische Geräte, Lüftung, Beleuchtung und Operationssäle würden durchgehend genutzt. Ein Patienten-Bett verbraucht umgerechnet so viel wie ein Vier-Personen-Haushalt. Deshalb seien gerade in Kliniken ernergiesparende Maßnahmen besonders lohnenswert, erklärte das Passivhaus Institut.

Hubschrauberlandeplatz mit Blick auf die Skyline

Das Institut hatte im Auftrag des Wirtschaftsministerium eine Grundlagenstudie zur Umsetzung des Passivhaus-Konzepts in Krankenhäusern erarbeitet. Der Energiebedarf von Krankenhäusern sei bisher nicht komplett erfasst worden, so das Institut. Wichtige Bereiche wie etwa die EDV und Großgeräte wie ein MRT seien in bisherigen Bilanzierungsverfahren nicht berücksichtigt worden. Damit sei den Planern rund die Hälfte des Energiebedarfs entgangen.

Neuer Arbeitsplatz für 1.600 Menschen

Die Erfassung aller Geräte und sonstiger Quellen für Energieverbrauch sei sehr mühsam gewesen und habe zwei Jahre benötigt, sagte Berthold Kaufmann vom Passivhaus Institut im Gespräch mit hr4. Das Institut beriet dabei die Fachplaner, Ingenieurinnen und Architekten, die letztendlich den Bau umsetzten. "Ein Krankenhaus ist schon komplex, und jetzt noch ein Passivhaus obendrauf - Hut ab", so Kaufmann. Dadurch, dass das Gebäude nicht mehr so viel Strom benötigt, ist laut Kaufmann auch die Versorgung bei Notstrom stabiler möglich. Durch dreifache Verglasung und Dämmung würde man etwa erst nach drei Tagen merken, wenn die Heizung ausfalle.

In dem Gebäude sollen ab Herbst rund 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten. Das Krankenhaus-Personal freut sich über den Umzug in das neue Gebäude. Kein Wunder: Die Wände sind mit tropischen Vögeln bemalt, die Technik ist hochmodern und das Raumklima angenehm. Auch dank der besonderen Klimaanlage, die in den Betonwänden eingelassen ist und für Kühlung sorgt. Das alte Krankenhaus ist nach dem Umzug übrigens Geschichte – es wird abgerissen.

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