Kaliwerk bei Heringen (Archivbild)
Kaliwerk bei Heringen (Archivbild) Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Wegen der anhaltenden Trockenheit muss der Salzkonzern K+S die Produktion in Heringen stoppen. Das kostet Millionen. Rund 400 Mitarbeiter sind betroffen, es droht Kurzarbeit.

Der heiße Sommer hat Folgen für K+S: Wegen der anhaltenden Trockenheit fährt der Dünger- und Salzkonzern seine Kaliproduktion in Osthessen herunter. Aufgrund der außergewöhnlich geringen Wasserführung der Werra stehe am Standort Wintershall in Heringen ( Werra) ein Hauptentsorgungsweg nicht mehr in ausreichendem Umfang zur Verfügung, sagte ein Sprecher des MDax-Konzerns am Montag.

Produktion in Wintershall eingestellt

Dort könne bis auf weiteres nicht mehr produziert werden. Wintershall ist einer von drei Standorten in der Region. Am Standort Hattorf in Philippsthal (Werra) sei die Produktion abhängig von der Entwicklung des Werra-Pegels zunächst noch gesichert, am Standort Unterbreizbach in Thüringen könne nach derzeitiger Prognose weiter produziert werden.

Die Produktionsmenge im Werra-Gebiet ist maßgeblich von der Möglichkeit abhängig, Salzabfälle zu entsorgen. Das erfolgt durch Versenkung im Boden und das Wegfahren von Salzlauge mit Lastern, vor allem aber durch Einleitung in die Werra.

Bis zu 1,5 Millionen Euro Verlust pro Tag

Dabei ist das Unternehmen auf ausreichend Wasser im Fluss angewiesen: Ein Durchfluss von 40.000 Litern pro Sekunde gilt als Minimum, zuletzt waren es nur 6.800. Nur weil eine neue Anlage zur Reduzierung von Abwässern in Betrieb ging und mehr Rückstände abtransportiert wurden, habe man nicht schon früher die Produktion herunterfahren müssen, erklärte der Sprecher.

Die Auswirkungen pro Tag Produktionsstillstand in einem Werk auf den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) beziffert K+S auf bis zu 1,5 Millionen Euro. Bisher ging das Unternehmen von einem Ebitda von insgesamt 660 bis 740 Millionen Euro für das Jahr 2018 aus.

400 Mitarbeiter betroffen

Betroffen im Werk Wintershall sind bis zu 400 Mitarbeiter. Sie sollen nun zunächst Überstunden und Urlaubstage abbauen. Zudem prüfe man Kurzarbeit, sagte der K+S-Sprecher. Zuletzt war es 2017 zu einer Produktionsunterbrechung wegen Niedrigwasser in der Werra gekommen. Damals stand das Werk Hattorf knapp drei Wochen still.

Angesichts des niedrigen Wasserstandes der Werra stehe dem Werk dieser Entsorgungsweg für salzhaltige Abwässer, die bei der Kaliproduktion anfallen, nicht mehr in ausreichendem Umfang zur Verfügung.

Sendung: hr-iNFO, 27.08.2018, 12 Uhr