Wolf-Gäng-Dreh in Alsfeld
Zumindest ein Alsfelder Wahrzeichen ist auf diesem Filmbild im Hintergrund zu erkennen: das Alsfelder "Storchennest", eigentlich der Leonhardsturm, ein Teil der ehemaligen Stadtbefestigung. Bild © Sony Pictures

Kommende Woche fällt die letzte Klappe für "Die Wolf-Gäng", einen Fantasyfilm, der unter anderem in Alsfeld entstanden ist. Die Stadt erhofft sich viel von dem Film. Und das zurecht - denn Drehorte ziehen Touristen an, wie das "Bollywood"-Paradies Bergstraße zeigt.

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Ein Filmteam von fast 100 Leuten, drei Monate Vorbereitungen, immer wieder Straßen gesperrt, große Filmkulissen mitten auf dem Marktplatz: Alsfeld im Vogelsberg war im Spätsommer wochenlang im Ausnahmezustand. Eine Filmproduktion hatte die 16.000-Einwohnerstadt als Hauptdrehort für den Fantasyfilm "Die Wolf-Gäng" ausgewählt.

Der Aufwand soll sich langfristig lohnen: "Wir haben die berechtigte Hoffnung, dass sich der Film auf die Touristenzahlen in Alsfeld niederschlagen wird", sagt Uwe Eifert, Leiter der Stabsstelle Wirtschaftsförderung. Erfahrungen aus der Vergangenheit hätten gezeigt: Schon nach längeren Fernseh-Reportagen steige zumindest die Zahl der Anfragen im Tourismusbüro.

"Rathaus soll zu erkennen sein"

Wolf-Gäng-Dreh in Alsfeld
Die "Wolf-Gäng" vor dem Alsfelder Rathaus: Axel Stein, Arsseni Bultmann, Johanna Schraml, Aaron Kissiov und Rick Kavanian. Bild © HessenFilm

Nun ist "Die Wolf-Gäng" ein Fantasyfilm: "Da muss man noch sehen, wie weit Alsfeld am Ende erkennbar ist", erklärt Eifert. "Zumindest unser Wahrzeichen, das Rathaus, wird gut zu sehen sein. Da haben wir schon versucht, zu verhandeln." Und dann müsse der Film, der im September 2019 in die Kinos kommen soll, natürlich "richtig einschlagen".

Wie weit ein Anstieg der Touristenzahlen auch messbar sein wird, kann Eifert nicht sagen. Die Stadt zähle knapp 100.000 Übernachtungen jährlich: "Ein Großteil der Besucher, die herkommen, sind aber Tagestouristen." Ähnliches ist von anderen hessischen Drehorten zu hören - aus Marburg etwa, wo ebenfalls Teile der "Wolf-Gäng" entstanden und Til Schweiger 2016 den Kinderfilm "Conny & Co. 2" drehte oder aus Immenhausen, Drehort für die Pferde-Saga "Ostwind".

Erstes indisch-deutsches Filmbüro

Bollywood an der Bergstraße
Die beiden Schauspieler Rajniesh Duggal und Subhashree Ganguly (l.) im Jahr 2013 bei Dreharbeiten zum Bollywoodfilm "Spark" in Heppenheim. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Wie eine Drehort-Vermarktung optimal funktioniert, macht der Kreis Bergstraße vor. Denn die Verantwortlichen richten sich an eine ganz spezielle Zielgruppe: So diente Heppenheim schon vier Mal als Kulisse für indische Bollywoodfilme oder Musikvideos. 2008 gründete die dortige Wirtschaftsförderung eigens die "Indo-German Film Agency", das erste indisch-deutsche Filmbüro in Europa.

Indische Filmteams hatten drei Jahre zuvor neue Drehorte gesucht - bis dahin hatten indische Produktionen oft in den Schweizer Alpen gespielt. Der damalige Landrat des Kreises Bergstraße, Matthias Wilkes (CDU), witterte eine einmalige Chance und lud eine indische Delegation ein. "Sie waren von der Bergstraße, von den Weinbergen, den Burgen und den Fachwerkhäusern sofort begeistert", erzählt Filmbüro-Chefin Diana Schilling.

"Bollywoodfilme sind Kulturgüter"

Wolf-Gäng-Dreh in Alsfeld
Blick auf den Alsfelder Marktplatz, wo große Kulissen aufgebaut wurden. Bild © HessenFilm

Die Folge: Die Zahl der Übernachtungen indischer Gäste im Kreis Bergstraße stieg damals deutlich an, von 1.178 in 2008 auf 5.619 in 2010. In dem Jahr war sie sogar weit höher als in Heidelberg (1.506 Gäste aus Indien), einer der deutschen Touristenhochburgen schlechthin. "Bollywoodfilme sind in Indien Kulturgüter", erklärt Schilling, "Es ist die größte Filmindustrie der Welt und die Leute, die es sich leisten können, zieht es wirklich zu den Drehorten."

Persönlicher Traum: Murot ermittelt

Auch in Alsfeld soll es nach der "Wolf-Gäng" weiter gehen. Die Alsfelder verhandeln über zwei neue Film-Anfragen, verrät Wirtschaftsförderer Eifert. Doch erst einmal müsse man sich von dem "Wolf-Gäng"-Dreh erholen, immerhin sei es die erste große Produktion dieser Art gewesen, sagt er mit einem Augenzwinkern. Er habe allerdings einen persönlichen Traum: "Wenn Tatort-Kommissar Felix Murot hier mal ermitteln würde - das wäre schon schön."

Weitere Informationen

Darum geht's in "Die Wolf-Gäng"

Vlad (Aaron Kissov) ist mit seinem Vater Barnabas (Rick Kavanian) nach Crailsfelden gezogen. Es ist eine Stadt voller Feen, Hexen, Trolle, Zwerge - und Vampire, wie Vlad und Barnabas. Der 13-Jährige ist neu an der Penner-Akademie, der berühmtesten magischen Schule der Welt. Und gleich am ersten Tag passiert Vlad etwas total Peinliches: Beim Anblick eines Blutstropfens muss er sich vor der Klasse übergeben. Denn: Er ist ein Vampir, der kein Blut sehen kann. Zusammen mit seinen beiden neuen Freunden, Faye (Johanna Schraml), einer Fee mit Flugangst, und Wolf (Arsseni Bultmann), einem Werwolf mit Tierhaarallergie, ist er damit in "bester" Gesellschaft, die bald eine Verschwörung aufklären muss.

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