Mann auf E-Tretroller

Kinderwagen, Rollstühle und Fahrräder verknappen den Platz in Bussen und Bahnen oft zusätzlich. Ab Mitte Juni kommen nun noch die E-Tretroller dazu.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Ganz schön schnell" - E-Scooter im Selbstversuch

Reporterin Sophie im Selbstvesuch auf einem E-Scooter
Ende des Audiobeitrags

E-Scooter stehen kurz vor der Zulassung. Auch die Verkehrsbetriebe in Hessen wollen ihre kostenlose Mitnahme gestatten. Zusammengeklappt würden die batteriebetriebenen Tretroller in Bussen und Bahnen behandelt wie ein Gepäckstück, sagte eine Sprecherin des Nordhessischen Verkehrsverbunds (NVV) der Nachrichtenagentur dpa. Gleiches gilt im Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) sowie im Fernverkehr der Deutschen Bahn. Aus Sicht des Fahrgastverbands Pro Bahn ist das ein Problem.

Weitere Informationen

Zulassung ab 15. Juni 2019

Die Zulassung für die E-Tretroller soll am 15. Juni in Kraft treten. Das Bundeskabinett beschloss eine entsprechende Verordnung.

Ende der weiteren Informationen

Grundsätzlich begrüße der Verband die weitere Möglichkeit, das Auto stehen zu lassen, sagte der Pro-Bahn-Landesvorsitzende Thomas Kraft. Aber zu befürchten sei, dass der Platz in den Bahnen nicht reicht. "Das kann sehr, sehr schwierig werden, denn die Bahnen sind auf solch flexible Mobilität gar nicht ausgerichtet", sagte Kraft.

Probleme vor allem in Bussen befürchtet

Schon jetzt gebe es Probleme, etwa mit Rollatoren, für die es keine Halterungen gebe. "Insbesondere in den Bussen sind die Flächen viel zu klein, um Kinderwagen, Rollstühle und andere Fortbewegungsmittel unterzubringen", sagte Kraft. Dazu kämen nun noch die E-Scooter.

Wenn E-Scooter als Beförderungsmöglichkeit für die letzte Meile von der Haltestelle nach Hause beworben würden, müssten die Fahrzeuge des öffentlichen Nahverkehrs auch für deren Mitnahme ausgestattet sein, forderte der Pro-Bahn-Chef. Insbesondere zu den Stoßzeiten in Pendlerzügen würden die bestehenden Platzprobleme verschärft, selbst wenn die Scooter zusammengeklappt seien. "Man hat ja meistens noch mehr dabei als nur den Roller", sagte Kraft.

Eine RMV-Sprecherin gab zur Auskunft, in den sogenannten Mehrzweckbereichen der Bahnen gelte weiterhin, dass Kinderwagen und etwa auf den Rollstuhl angewiesene Fahrgäste Vorrang hätten. Für E-Scooter gebe es wie für Fahrräder keinen Anspruch auf Mitnahme. Der RMV prüfe noch, inwiefern er die Beförderungsbedingungen anpassen müsse. Die Stadt Frankfurt will mit einem Regelkatalog die Rollernutzung sogar einschränken.

Auch im ICE sind die Roller erlaubt

Auch im Norden Hessens werden E-Scooter wie Fahrräder in der Hierarchie unter Kinderwagen, Rollatoren und Rollstühlen stehen. Der NVV beobachtet nach Aussage einer Sprecherin die Situation, denn man rechne mit einem erhöhten Aufkommen der motorverstärkten Tretroller.

Die Deutsche Bahn berichtete, ihre Fahrgäste in ICE und Intercitys dürften die Roller kostenlos mitnehmen - wenn sie sich zusammengeklappt unter oder über dem Sitz befinden und der Akku fest eingebaut ist. Vermutlich werde es aber Gewichtsbeschränkungen geben, sagte ein Bahnsprecher.