Von einer Mobilitätswende ist in Hessen noch nicht viel zu sehen. Die Zahl der Benziner und Diesel ist im vergangenen Jahr auf einen neuen Rekordstand geklettert. Die Auto-Dichte liegt über dem Bundesschnitt.

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Weg vom Verbrennungsmotor hin zu emissionsärmeren Verkehrsmitteln - in Hessen scheint der Weg zur Verkehrswende noch weit. So viele Autos wie noch nie sind aktuell in Hessen gemeldet. 3,7 Millionen weist die Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes (Stand 1. Januar 2019) aus.

Da die Zahl der Autos schneller gewachsen ist als die Bevölkerung, hat auch die Pro-Kopf-Zahl zugenommen. Im vergangenen Jahr kamen in Hessen 5,9 Autos auf zehn Einwohner. Das sind rund ein Prozent mehr als im Vorjahr und rund zehn Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. Mit dieser Freude am fahrbaren Untersatz liegen die Hessen über dem Bundes-Durchschnitt von 5,7.

Die Grafik stellt in einem Säulendiagramm die zunehmende Dichte von Autos in den letzten Jahren dar.

Die Quoten hat der hr anhand der Daten von Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) und der Bevölkerungsdaten des Statistischen Landesamtes berechnet. Das KBA berechnet auch selbst die Pkw-Dichte, legt dabei aber teilweise veraltete Bevölkerungszahlen zugrunde. Deshalb weichen die Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes leicht von den hr-Werten ab.

Die Grafik zeigt auf einer Hessenkarte die Dichte von Autos in hessischen Städten.

Die mit Abstand höchste Auto-Dichte findet sich in den Taunus-Orten Eschborn (24,2 Pkw pro zehn Einwohner), Liederbach am Taunus (9,8) und Oberursel (9,6). In diesen Orten ist der Anteil der gewerblichen Halter sehr hoch, das erklärt den Spitzenwert von Eschborn. Dort sind vier von fünf Fahrzeugen auf eine Firma zugelassen.

Eine hohe Dichte von Privat-Wagen findet man vor allem in ländlichen Gemeinden, etwa Kirchheim (8,6 Autos pro zehn Einwohner) oder Neuenstein (8,2), beide im Kreis Hersfeld-Rotenburg.

Trendwende in Frankfurt und Offenbach

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found So viele Autos besitzen die Hessen

Ein Schild, das den Weg zu einer KFZ-Zulassungsstelle leitet.
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In den Städten kommen die Menschen dagegen mit deutlich weniger Autos aus. Gießen ist mit 4,2 Wagen auf zehn Einwohner die autoärmste Stadt in Hessen, gefolgt von Offenbach (4,4) und Marburg (4,4). Auch in Kassel, Frankfurt und Darmstadt ist die Auto-Dichte im Vergleich zu ländlichen Regionen gering (4,5).

In Offenbach und Frankfurt deutet sich nach den aktuellen Zahlen sogar eine Trendwende an. Dort ist die Auto-Dichte erstmals seit Jahren ganz leicht zurückgegangen. Der Grund: Die Bevölkerung ist dort etwas schneller gewachsen als der Pkw-Bestand. In absoluten Zahlen drängen sich aber auch dort mehr Autos auf den Straßen als je zuvor.

Die Grafik zeigt die Verteilung der Antriebsarten der zugelassen Kfz in Hessen.

Die meisten Autos haben immer noch Verbrennungsmotoren unter der Haube. Und nach wie vor ist jeder dritte Pkw in Hessen ein Diesel, auch wenn deren Anteil leicht zurückgegangen ist - von 33,7 Prozent (2017) auf 32,6 Prozent (2018).

Der Anteil der Elektro- und Hybrid-Fahrzeuge ist um rund ein Drittel gestiegen, bleibt aber weiter auf niedrigem Niveau. Nur knapp ein Prozent der Autos in Hessen haben einen Antrieb mit Elektro-Komponente (0,97 Prozent, 2018). Nicht einmal jeder fünfhundertste Wagen in Hessen ist ein reines E-Auto (0,18 Prozent).

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 20.06.2019, 13 Uhr